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Aufgalopp 724: Zu wenig Pferde, zu wenig Geld

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 724 vom Freitag, 24.06.2022

Vor einigen Monaten war aus der technischen Abteilung des Dachverbandes zu hören, dass angesichts des Sommerprogramms gewisse Probleme auftreten dürften. „Es sind zu wenige Pferde da“, hieß es. In Dortmund wurde der Renntag vergangenen Sonntag mühsam zusammengebracht, diesen Samstag sieht es in Düsseldorf nicht anders aus. Die jeweiligen Hauptereignisse waren und sind durchaus attraktiv, aber darum herum sieht es schwierig aus. Handicaps der unteren Kategorie gehen gerade noch, Sieglosen-Rennen werden schon kniffliger, Altersgewichtsrennen kann man seit geraumer Zeit ohnehin vergessen. Es fällt oft sogar schwer, genügend Pferde für ein für die Vereine finanziell attraktives Viererwettrennen zu akquirieren. Galopper mit einem Rating zwischen 75 und 85 kg sind für die deutsche Szene ohnehin fast verloren. Hamburg hatte diesen Sonntag einen Ausgleich I ausgeschrieben. Eingegangene Nennungen: 1. Es wurde folgerichtig der Rotstift eingesetzt.

Besonders dramatisch sieht es im Südwesten aus Die Vereine loben in den Basisrennen mehr als attraktive Dotierungen aus, doch es kommen nur wenige. Es scheinen in der Region doch viele Besitzer das Handtuch geworfen zu haben, Corona könnte ein Übriges getan haben. Aber sollten die Renntage weiter reduziert werden? Die Bahnen sind gegenüber früher ohnehin kaum ausgelastet, weniger geht eigentlich gar nicht. Wenn Top-Bahnen nicht einmal im zweistelligen Bereich Veranstaltungen pro Jahr durchführen, ist das schon sehr mager.

Gibt es Lösungsmöglichkeiten? Fraglos sind die Preisgelder teilweise unverändert niedrig, gerade angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Lage. Wenn etwa Rennvereine wie Krefeld Handicaps mit 3.500 Euro ausstatten, löst das nur Kopfschütteln aus. Trainer-, Transport- und Futter-Kosten werden sukzessive teurer, der Rennsport wird zu einem immer schwieriger zu finanzierenden Vergnügen. Zu manchen Veranstaltern scheint das noch nicht durchgedrungen sein.

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