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Aufgalopp 723

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 723 vom Freitag, 17.06.2022

Ausverkauft! Das ist ein Wort, das in Zusammenhang mit der Veranstaltung von Galopprennen etwa in Cheltenham verwendet wird. Oder in Royal Ascot, wo sich etwa im Dienstag exakt 42.239 Personen durchweg in feinstem Zwirn auf königlichem Grund und Boden befanden. In Deutschland ist es uns noch nie begegnet, auch wenn gelegentlich Tribünenplätze nicht mehr zu bekommen sind. Aber in Bezug auf den normalen Eintritt? Hamburg zählte Anfang der 90er Jahre seine Derbybesucher, 1993, als Lando ein geschichtsträchtiges Derby gewann, waren es 41.111 Zuschauer. In Iffezheim wurden in jenen Jahren am Tag des Großen Preises einmal 28.000 Besucher gezählt, was dann doch zu erheblichen Engpässen geführt hat. Heute sind es, bis auf Ausnahmen, nur Schätzungen der Veranstalter, in der Regel wird großzügig nach oben aufgerundet. Der deutsche Galopprennsport versteht es nicht, verlässliche Zahlen an die Öffentlichkeit zu geben, was eigentlich jedem unterklassigen Sportverein gelingt. Eigentlich möchte man doch ziemlich genau wissen, wie viele Menschen das Areal bevölkern.

Ausverkauft! Das verbreitete France-Galop am Montag in Bezug auf den Renntag an diesem Donnerstag in Longchamp. Unter dem Label „JeuXdis by ParisLongchamp“ hatte man diese Wochentage im Sommer 2018 zu einer Location der Feierwütigen umfunktioniert. Beginn der Rennen gegen 16.30 Uhr, das letzte um 22 Uhr, dann Party bis in den Morgen. Corona hatte die Sache gestoppt, doch in diesem Jahr geht es richtig ab: 9.600 Zuschauer waren es am 9. Mai, fünfstellig an diesem Donnerstag. Und das in Frankreich, wo sich am Tag des „Jockey Clubs“ gerade einmal 4.500 Menschen in Chantilly verloren. Ein wichtiger Nebeneffekt: An den Donnerstag ist der Wettumsatz auf der Bahn deutlich in die Höhe geschnellt. Es wird nicht nur gefeiert, sondern auch gezockt.  

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