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Aufgalopp 700

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 700 vom Freitag, 07.01.2022

Der kurz vor Weihnachten vorgelegte Plan mit den Rennterminen 2022 ist der Situation angemessen übersichtlich, zumindest wenn ein vergleichender Blick ein paar Jahre zurück gewagt wird. Es gibt erfreuliche Entwicklungen: Iffezheim begibt sich wieder fast auf altes Niveau, mit elf Renntagen inklusive einem Überraschungstermin im Dezember. In Hamburg werden fünf Veranstaltungen durchgeführt, im Osten des Landes soll mehr passieren, in Leipzig oder Halle etwa, in Magdeburg wird sogar ein Gruppe-Rennen stattfinden. Von ausgelastet kann bei diesen Bahnen aber unverändert nicht die Rede sein, Dresden ist – lassen wir einmal Hoppegarten außen vor – mit sechs Renntagen der numerische Spitzenreiter. Köln, elfmal Veranstalter, ist im Sommer relativ ruhig, hat aber im Herbst nach dem „Winterfavoriten“ noch zwei weitere Termine, Düsseldorf verharrt bei neun Renntagen, in Krefeld tut sich höchst wenig, Bremen hat vorerst nur den Karfreitag angemeldet. Es wird nicht einfach sein, weitere Termine zu finden, denn es ballt sich in den Monaten Mai bis Oktober.

Regelmäßig wird wieder zweimal galoppiert, Hannover etwa hat es an sieben Sonntagen mit einer Parallelveranstaltung zu tun, Bad Harzburg bekommt an beiden Sonntagen Konkurrenz, die Verantwortlichen im Norden sind nur mäßig begeistert. Zweimal veranstalten nach den bisherigen Planungen sogar drei Vereine an einem Tag.

Nachvollziehbar, dass alle auf die attraktiven Sonntage drängen, aber bei dem vermutlich unverändert nicht steigenden Pferdebestand dürften langfristig die Felder darunter leiden. Und es gibt noch eine andere Schwierigkeit: Es gibt inzwischen zu wenige Jockeys im Lande. Selbst in der Zeit vor Corona waren Trainer durchaus willig, Pferde laufen zu lassen, doch standen bei Doppelveranstaltungen manchmal keine Reiter zur Verfügung. Eigentlich ist das bei der aktuellen Lage fast als Luxusproblem zu bezeichnen.

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