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Aufgalopp 694

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 694 vom Freitag, 12.11.2021

Angesichts der sich stark veränderten Corona-Lage ist es eigentlich eher positiv, dass die Rennsaison 2021 allmählich in den Wintermodus übergeht. Schon an den nächsten Tagen wird die Situation für die Veranstalter noch komplizierter als sie ohnehin schon war. Die Zeiten, in denen man spontan und ohne Restriktionen auf die Rennbahn – oder sonst wohin – gehen kann, liegen noch in weiter Ferne. Dabei gab es in den vergangenen Wochen durchaus gut, ja teilweise sogar für die Verhältnisse sehr gut besuchte Renntage. Scheinbar völlig überraschend für so manchen Rennverein. Das Catering war mehrfach unzureichend und viel zu übersichtlich, längeres Anstehen an den Wettschaltern war die Regel. Es drängte sich der Eindruck auf, dass so manches Rennen nicht abgewettet wurde. Schon in der Zeit vor Corona war dies ein großer Mangel im deutschen Rennsport.

Viele Rennvereine übersehen, dass zwischen zwei Rennen in der Regel nur dreißig Minuten liegen. Verlangt wird, dass der gemeine Bahnbesucher bei der Siegerehrung den Gewinnern huldigt, dann am Führring die Starter für das nächste Rennen in Augenschein nimmt und flugs zum nächsten Wettschalter eilt. Für eine an mehrstündigen Renntagen notwendige Aufnahme von Speis und Trank sind da nur Minuten eingeplant. Wenn sich aber an den einschlägigen Ständen lange Schlangen bilden, gilt es Prioritäten zu setzen: Essen oder Wetten?

Wenn am Ende der Magen die Entscheidung trifft, ist das wenig zuträglich für den Wettumsatz. Der Winter ist lang und bietet genügend Zeit darüber nachzudenken, ob nicht die jeweiligen Caterer zu besserer Leistung ermahnt werden sollen. Und ob es vielleicht nicht doch wirtschaftlich zuträglich wäre, gelegentlich ein paar Wettschalter mehr zu öffnen.

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