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Aufgalopp 691

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 691 vom Freitag, 22.10.2021

Der Oktober ist der Monat der Wahrheit, was den Markt betrifft. In Großbritannien mit „Book 2“ von Tattersalls und in Frankreich mit der Jährlingsauktion von Arqana finden Versteigerungen statt, die das mittlere Segment bedienen. Was in etwa auch für Iffezheim und die dortige Herbstauktion gilt. Die Resultate, allüberall, können nur als erstaunlich bezeichnet werden, Bestmarken werden geschrieben, Rekorde aufgestellt. Sicher, Vergleiche zum Vorjahr sind nicht statthaft, weil damals die Corona-Pandemie die Reisen doch sehr stark eingeschränkt hat, der Blick muss eher auf die Jahre davor gerichtet werden und da gab es in den letzten Tage flächendeckend Zuwachsraten. Dabei ist es längst nicht so, dass die rennsportliche Zukunft glänzend vor uns liegen würde. In Großbritannien sind die Rennpreise durchweg auf einem Level, der dem hohen Anspruch des Landes, was den Rennsport angeht, eigentlich nicht gerecht wird. Frankreich hat viele Baustellen, doch ist es angesichts des Prämiensystems immer ein Jammern auf hohem Niveau gewesen. Und so ganz genau weiß man letztlich nicht, wohin der Weg des deutschen Galopprennsports führen wird.

Deshalb kann nur der Hut vor den Investoren gezogen werden. Fakt ist aber auch, dass das Gros der Züchter und Anbieter realistische Erwartungen hatte. Die Mindestpreise, etwa in Iffezheim, lagen bei den Jährlingen oft im vierstelligen Bereich, womit keineswegs die bislang aufgelaufenen Kosten gedeckt worden wären. Dass dann teilweise doch fünfstellig verkauft wurde, kann nur als positiv registriert werden. Nicht ein einziges Pferd ging ohne Gebot aus dem Ring – das war in der Vergangenheit selten der Fall. Und noch etwas registrierte BBAG-Geschäftsführer Klaus Eulenberger: „Nach dem letzten Lot wurde geklatscht. Das hatten wir bisher noch nie!“

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