Drucken Redaktion Startseite

Aufgalopp 685

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 685 vom Freitag, 10.09.2021

Die erfreulichste Zahl der BBAG-Jährlingsauktion ist fraglos die der verkauften Pferde: 80 Prozent der angebotenen Lots fanden einen neuen Besitzer, das hat es in Iffezheim schon ewig nicht mehr gegeben. In der Vergangenheit stellte sich oft schon Zufriedenheit ein, wenn zwei Drittel des Angebotes verkauft wurde. Das zeugt von einer realistischen Einstellung der Verkäufer, es unterstreicht aber, dass niemand mehr einen Jährling anmeldet, um ihn für die Auktionsrennen zu qualifizieren. Es besteht ein ernsthafter Verkaufswille und das ist gut so.

Doch auch andere Kennziffern konnten überzeugen. Niemand hatte erwartet, dass der hervorragende Schnitt pro Zuschlag von 2019 eine Wiederholung finden würde, man bewegte sich auf dem Level der Jahre davor, teilweise darüber, was bei der derzeitigen Situation sicher absolut in Ordnung ist. Der vielbeschworene Mittelmarkt funktionierte sehr gut, im Preisbereich zwischen 30.000 und 60.000 Euro wurden viele Pferde verkauft, was bei so manchem Anbieter dann auch mit einem Profit verbunden ist. Auffällig allerdings, dass doch sehr viele Jährlinge gerade in diesem Segment ins Ausland gegangen sind. Einerseits ist es positiv, dass das deutsche Vollblut unverändert ein Export-Erfolg ist, andererseits fehlen diese Pferde in den kommenden Jahren in den hiesigen Rennställen. „Die deutschen Jährlinge sind bestens aufgezogen, werden hervorragend präsentiert. Ich komme bestimmt wieder“ – das war das Urteil von Brendan Holland, einem irischen Züchter und Pinhooker.

Ein Frankel-Nachkomme, immerhin, wurde verkauft, bei anderen Offerten, bei denen auf einen hohen Preis gehofft wurde, war kein Interesse vorhanden. Ein Top-Preis hätte der Auktion sicher gut getan, doch wachsen die Bäume nicht in den Himmel, letztendlich werden immer zwei Bieter benötigt, um hohe Preise zu erzielen. Und die gibt es nicht jedes Jahr.

Verwandte Artikel: