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Aufgalopp 676

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 676 vom Freitag, 09.07.2021

Es war auch Sicht der deutschen Vollblutzucht ein wenig aufregender Sonntag. In Paris gab es eine Handvoll interessanter Starter mit eher enttäuschenden Leistungen. In Swoop fand im Grand Prix de Saint-Cloud in der entscheidenden Phase nicht den richtigen Vorwärtsgang, Kaspar blieb total blass. Mendocino, den seine Umgebung gerne im Derby gesehen hätte, lief gegen bessere französische Dreijährige zumindest respektabel. Und in Horn gewann ein in Frankreich gezogener Hengst das Deutsche Derby, erstmals überhaupt, dass ein Hengst aus dem Nachbarland in diesem Rennen erfolgreich war. Dies auch noch mit einer mütterlichen Abstammung, die bei ihm eigentlich eine Karriere im Hindernissport vorgesehen hatte. Wobei der außerhalb von Frankreich möglicherweise weniger bekannte Züchter Guy Pariente seit Jahren sehr erfolgreich agiert.

Der Lichtblick ist natürlich, dass Sisfahan von Isfahan stammt. Der Derbysieger von 2016 ist im Gestüt Ohlerweiherhof mit einer großen Liste gestartet, doch war es bei allem Respekt mehr Quantität als Qualität, die ihm zugeführt wurde. Dafür kann sich sein Start wahrlich sehen lassen. Sein Besitzer Stefan Oschmann hatte ihn mit eigenen Stuten und auch auf den Auktionen stark unterstützt, er ist ins Risiko gegangen, auch wenn er Sisfahan erst vor einigen Wochen zusammen mit Michael Motschmann erworben hat. Dass der Hengst keinen persischen Namen trägt, wie alle seine Pferde, wird zu verschmerzen sein, zumal der Wirtschaftsführer Oschmann wenige Augenblicke nach dem Derbysieg treffend bemerkte, dass es sich bei Sisfahan um einen „Brand“ für seinen Vater handeln würde. Dieser ist der aktuell einzige europäische Hengst, der in seinem ersten Jahrgang einen Gruppe I-Sieger auf der Bahn hat. Das ist schon eine Schlagzeile und taucht den Derbytag züchterisch dann doch in ein etwas milderes Licht.  

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