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Aufgalopp 675

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 675 vom Freitag, 02.07.2021

Als im vergangenen Jahr der Schlenderhaner In Swoop an den Derbystart kam, war er eine noch relativ unbekannte Größe. Er überzeugte in Hamburg mit der bis dahin besten Leistung seiner Karriere, doch konnte niemand zu dem Zeitpunkt ahnen, dass er am Ende der Saison ein anerkannter internationaler Star werden würde. Und auch die in Horn hinter ihm Platzierten konnten anschließend auf vielerlei Ebenen überzeugen und den Eindruck hinterlassen, dass der Jahrgang 2017 in die Kategorie „überdurchschnittlich“ einzuordnen ist.

Und zwölf Monate später? Wäre das Derby ein Handicap, so müssten fast alle Teilnehmer auf einer Linie einkommen, so wenig liegt laut Rechnung zwischen ihnen. Die Nummer eins Sea of Sands kommt mit einem Rating von 92kg an den Start, was eines der niedrigsten der der letzten Jahre sein dürfte. Was daran liegt, dass sowohl der Mehl Mülhens- wie auch der Union-Sieger nicht im Feld ist, der Sieger aus den Bavarian Classic fehlt und auch, aus bekannten Gründen, kein Gast aus England dabei ist. Das macht das Derby zu einer schwierig zu deutenden Angelegenheit, hinzu kommen die aktuellen Bodenverhältnisse, fest wird es am Sonntag sicherlich nicht sein. Das trotz der für ihn ungünstigen Gewichtsbedingungen eher schwächere Abschneiden des klassischen Siegers Mythico letzten Sonntag in Dortmund lässt zudem Zweifel am Standard des Jahrgangs 2018 aufkommen.

Doch warten wir es ab: Torquator Tasso kam letztes Jahr mit einem Maidensieg und einem Rating von 70,5kg an den Derbystart. Seine Startbox-Nummer war 18. Am Ende war er Zweiter, gewann noch ein Gruppe I-Rennen und wurde „Galopper des Jahres“. Vielleicht verbirgt sich unter den zwanzig Derby-Kandidaten am Sonntag doch ein echtes Juwel.

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