Drucken Redaktion Startseite

Aufgalopp 667

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 667 vom Freitag, 07.05.2021

Der Trainer und Züchter, dessen Ehefrau als Besitzerin zeichnet, wird in diesem Jahr achtzig Jahre alt. Der Jockey, sein Schwiegersohn, zählt 54 Jahre, reitet fast ausschließlich für den eigenen Stall und nur noch höchst selten außerhalb von Irland. Das Pferd selbst stammt von einem Deckhengst ab, der wegen mangelnder Erfolge seiner Nachkommen aussortiert wurde, die Mutter ist einmal gelaufen, sie endete unplatziert. Poetic Flare, der Sieger in den 2000 Guineas von Newmarket, ein Rennen, das in der klassischen Hierarchie in Großbritannien gleich nach dem Derby kommt, hat seine ganz eigene Geschichte.

Ein Zufall? Eher nicht, den der besagte Trainer und Züchter ist Jim Bolger, ein „Genius“, wie die britisch-irische Presse unisono und vollkommen berechtigt geschrieben hat. In den letzten Jahrzehnten hat er stets sein eigenes Ding gemacht, abseits jeglicher moderner Strömungen, hat nicht nur herausragende Erfolge als Trainer erzielt, sonder n auch als Züchter, trotz unorthodoxer Methoden. Dawn Approach, der Vater von Poetic Flare, war von Darley nicht mehr gewollt, „sie haben ihn mir freundlicherweise überlassen“, berichtet Bolger, jetzt stets er als eine Art privater Deckhengst im familieneigenen Redmondstown Stud. Gezogen hat er ihn im Übrigen auch, wie die Mutter und deren Mutter. Die dritte Mutter hat er bereits trainiert. Geritten wurden sie alle von Kevin Manning, schon vor Jahrzehnten, schließlich ist der Mann in fortgeschrittenem Alter und dass Bolger ihn immer noch auf die Pferde setzt, hat ihm hinter vorgehaltener Hand schon gewissen Spott eingebracht. Nun ja, er ist halt der Schwiegersohn. Am Samstag hat das Team es mal wieder allen gezeigt. Es ist eben alles keine Frage des Alters.    

Verwandte Artikel: