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Aufgalopp 638

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 638 vom Freitag, 02.10.2020

Wer gelegentlich in das englische Fachblatt „Racing Post“ schaut, der findet dort bei den Reitern die Namen Frankie Dettori, Jacqueline Gordon oder Hollie Doyle. Völlig normal. Kommt aber die aktuell so sensationell erfolgreiche Reiterin nach Deutschland, so ist in den einschlägigen Spalten von „Fr. H. Doyle“ die Rede. Sie steht dann neben „Fr. S. Vogt“. In den Starterlisten des Verbandes ist, immerhin, Frau noch ausgeschrieben. Der prüfende Blick in den Kalender zeigt, dass das Mittelalter doch schon einige Tage zurückliegt, doch es wird schon eine Art revolutionärer Akt gewesen sein, als sich der Dachverband vor gar nicht allzu langer Zeit von dem Zusatz „Frl.“ verabschiedet hat. Nun wird vielleicht auch etwas zu viel von einer Organisation verlangt, der es „trotz aller Bemühungen“, so der aktuelle Präsident, nicht geschafft hat, ein weibliches Vorstandsmitglied zu installieren. Wobei allerdings anzumerken ist, dass die Zahl der Damen, die ein tragendes Amt in einem Rennverein bekleiden, auch höchst überschaubar ist. Wenn, dann haben wir jedoch selten den Zusatz „Frau“ gefunden. Das ist halt in der Rennbahnstraße in Köln wichtig.

Um noch einmal auf die Vornamen zurückzukommen: Es wäre vielleicht ganz hilfreich, wenn die vielen Neulinge, die sich angeblich inzwischen für diese Sportart interessieren, auch erfahren dass „A. Starke“ eben nicht Andreas heißt, wie gefühlt jeder Zweite in der Branche. Und wie es im Übrigen die geschätzten und ansonsten so kenntnisreichen Kollegen des französischen TV-Kanals Equidia noch heute glauben, selbst mancher hiesige Experten muss erst einmal nachschauen, wenn es um die Vornamen geht. Aber vielleicht gibt es derzeit wirklich Wichtigeres zu erledigen im deutschen Galopprennsport. 

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