Drucken Redaktion Startseite

Aufgalopp 637

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 637 vom Freitag, 25.09.2020

Die Entscheidung der britischen Regierung, auf Grund der gestiegenen Corona-Zahlen in den kommenden sechs Monaten bei Sportveranstaltungen keine Zuschauer zuzulassen, ist ein herber Schlag für den dortigen Rennsport. Gerade waren die letzten Vorbereitungen für eine Rückkehr von zumindest einer übersichtlichen Zahl von Besuchern ab dem 1. Oktober angelaufen, doch diese Pläne können jetzt dem Papierkorb anvertraut werden. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es kaum vorstellbar, dass es im kommenden März beim Festival in Cheltenham Menschen auf der Tribüne geben wird – immerhin ist man dort gegen derartige Eventualitäten versichert. Die Verantwortlichen auf der Insel riefen trotzdem logischerweise sofort nach Staatshilfen, nach Schätzungen verlieren die dortigen Rennbahnen in diesem Jahr rund 300 Millionen Pfund an Einnahmen.

In Deutschland läuft das Leben auf den Tribünen der Rennbahnen mühsam an, aber größere Ansammlungen sind 2020 nicht mehr zu erwarten. Ob es für die aufgelaufenen Verluste Gelder aus der Staatskasse geben wird, ist derzeit fraglich. Die von der Bundesregierung beschlossene Hilfe von 200 Millionen Euro für die Profiligen etwa im Eishockey, Basketball und Handball, auch für die dritte Fußball-Bundesliga, zielen eher nicht auf den Galopprennsport. Ohnehin dürfte es von Rennbahn zu Rennbahn sehr unterschiedlich bei den Abrechnungen aussehen. Mehrere, auch gerade kleinere Veranstalter sind inzwischen durchaus bemüht, was die Rennpreise anbetrifft, woanders, auch im Umfeld von Gruppe-Rennen auf Premium-Bahnen, gibt es etwa im Ausgleich III gerade einmal 4.000 Euro. Das kann kein Dauerzustand sein. Auch schon deshalb wird, ja muss der Verband bei den zuständigen Ministerien um erforderliche Hilfen vorstellig werden, geht es letztendlich doch nicht um dem Spaß von Rennstallbesitzern, sondern um Arbeitsplätze in nicht unbeträchtlicher Zahl.

Verwandte Artikel: