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Aufgalopp 629

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 629 vom Freitag, 31.07.2020

Am 29. Februar hat Maximum Security in Riyadh den Saudi Cup gewonnen, das mit zwanzig Millionen Dollar höchstdotierte Pferderennen der Welt. Sein damaliger Trainer Jason Servis sieht einer Anklage entgegen, er wird verdächtigt, in großem Stil Pferde mit leistungssteigernden Mitteln gedopt zu haben. Ob Maximum Security in Saudi-Arabien unter dem Einfluss eines solchen Mittels gelaufen ist, ist nicht bekannt. Das Ergebnis einer genommenen, wohl in Frankreich untersuchten Dopingprobe ist nicht veröffentlicht worden. Zumindest noch nicht, fünf Monate nach dem Rennen. Das ist ein echter Skandal.

In Deutschland ist man zwar auch nicht von der ganz schnellen Truppe, was entsprechende Auswertungen anbetrifft, aber gegenüber anderen Ländern, auch Frankreich und England immer noch deutlich voraus. Die Analyse, so schreibt es die Rennordnung vor, soll nach 21 Tagen ab Eingang der Probe vorliegen. Im Zuge der aktuellen Probleme hierzulande, – siehe auch unser Bericht und das Interview -  bei denen eine erhebliche Anzahl von Pferden betroffen ist, die ein bestimmtes Zusatzfuttermittel bekommen haben, ist klar, dass diese disqualifiziert werden müssen.

Doch greift die Disqualifikation zusätzlich, wenn dieses Pferd etwa zwei Wochen später erneut läuft, möglicherweise Geld verdient, negativ getestet wird. Bei diesmal betroffenen Pferden ist es bereits der Fall gewesen: Sie waren „clean“, werden aber trotzdem aus der Wertung genommen. Das ist rennordnungskonform, doch kann es das doch eigentlich nicht sein, zumal in Fällen, in denen nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt wurde, nicht bewusst verbotene Mittel verabreicht wurden. Der Rennordnung müsste da etwas mehr Sensibilität eingehaucht werden, denn die ohnehin schon verhängte Strafe wird bei der bisherigen Regelung verdoppelt.

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