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Aufgalopp 606

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 606 vom Freitag, 21.02.2020

Es war eine doch eher lieblose und zudem mit orthographischen Fehlern versehene Meldung, die am Mittwoch zur nachrichtlichen Unzeit um halb vier nachmittags den Medien per Mail zugeleitet wurde. Jan-Antony Vogel scheidet nach sieben Jahren aus seinem Amt als Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Galopper-Dachverbandes aus, ihm wird, wie es routiniert formuliert wird, „für den beginnenden Ruhestand alles Gute“ gewünscht. Es fehlt sogar das Datum, wann dies passieren wird. Bekannt war das seit letztem Jahr, doch ein derartig schmuckloser Abgang ist dann doch eher bitter. Der Neusser Rechtsanwalt mag in einer Amtszeit nicht unbedingt Revolutionäres geleistet haben, doch hatte er, im Gegensatz zu manch anderem Protagonisten in der Rennbahnstraße, stets ein Ohr an der Basis. Er scheute keine weiten Fahrten, fuhr auch dahin, wo es wehtat. Am Ende wirkte er aber fast etwas aus der Zeit gefallen und seine Rolle als Präsident des Neusser Rennvereins war in der finalen Phase zumindest als sehr unglücklich zu bezeichnen.

Als Vogel seinen Job antrat, da gab es im Dachverband mit dem jetzt für teures Geld installierten neuen Namen einen Präsidenten, der kein Geld bekam, und ein bezahltes Geschäftsführendes Vorstandmitglied. Inzwischen gibt es einen Präsidenten, der eine Aufwandsentschädigung bezieht, und zwei bezahlte Geschäftsführer, denn neben dem seit Anfang 2019 wirkenden Jan Pommer arbeitete Vogel, der demnächst einen Nachfolger oder Nachfolgerin bekommen soll. Im Fachblatt „Sport-Welt“ gab es unlängst eine dementsprechende Stellenanzeige, 24 Bewerbungen sollen eingegangen sein. Ob man noch anderswo auf  Personalsuche war, entzieht sich unserer Kenntnis, aber eines ist Fakt: Es wird vom Verband gerade eine Menge Geld ausgegeben, für Menschen und auch andere Dinge. Aber dafür wurden dann ja auch viele Gebühren und die Nenngelder erhöht. Irgendjemand muss das ja alles bezahlen.

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