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Aufgalopp 605

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 605 vom Freitag, 14.02.2020

Zur Abwechslung einmal eine Quizfrage: Was war die Wienerberger-Super-Serie? Das wissen vermutlich nur noch die bayerischen Senioren unter uns, denn diese Serie wurde in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts durchgeführt. Drei Handicaps an relativ kurz aufeinanderfolgenden Renntagen in München-Riem, über 1400m, 1700m und 2400 Meter, die Starter waren identisch. Etwas für Allrounder. Hoch dotiert, natürlich mit einer Gesamtwertung, 8000 Mark gab es damals für den Besitzer der Siegerin, die, nur für die Statistiker, Patrouille hieß. Damals wurden im Übrigen noch mehr als dreißig Renntage pro Saison in Riem durchgeführt.

Der Ziegelproduzent Wienerberger hat sich dann leider nicht mehr im Rennsport engagiert und die Serie ist ebenfalls nie wiederholt worden, es gab keinen Geldgeber dafür. Dabei war der Grundgedanke so verkehrt nicht: Ein Wettbewerb über mehrere Etappen, mit wiederkehrenden Protagonisten, identifizierbar für ein Publikum, das mit dem Rennsport ansonsten nicht so vertraut ist. Die in den vergangenen Jahren in Deutschland durchgeführte Champions League ist kommentarlos beerdigt worden. Sie war teuer, unübersichtlich und hatte stets wechselnde Hauptdarsteller, etwas Ähnliches scheint nicht geplant zu sein. Den Sieger des Vorjahres haben wir schon wieder vergessen.

Die Menschen, die zum Rennen kommen, sind aber an Ungewöhnlichem interessiert. Die Matchraces in Hoppegarten waren ein gutes Beispiel, in England war es in den letzten beiden Jahren die Steher-Serie von Weatherbys. Das wäre auf kleinerer Flamme sicher auch hierzulande möglich. Auch über Jockey-Wettbewerbe sollte nachgedacht werden, wobei noch einmal die Historie bemüht werden muss: Beim Holsten Jockey-Cup wurden einst Koryphäen wie Cash Asmussen oder Bill Shoemaker eingeflogen. Doch für derartige Veranstaltungen fehlen leider inzwischen die Mittel.

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