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Aufgalopp 604

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 604 vom Freitag, 07.02.2020

Es ist schon eine anspruchsvollere Aufgabe, einem im Galopprennsport unkundigen Menschen das Rennsystem mit seinen Gruppe- und Listenrennen zu erklären, ganz zu schweigen von den Handicaps. Und es dürfte dem normalen Rennbahnbesucher auch ziemlich egal sein, ob ein Rennen wie etwa die Goldene Peitsche nun eine Gruppe II- oder Gruppe III-Prüfung ist. Dem Veranstalter vielleicht auch, zumindest muss er jetzt weniger Geld ausschütten. Den Besitzern oder auch Züchtern der Pferde eher nicht, denn im Pedigree macht sich später eine „2“ halt doch besser als eine „3“. So ganz hoch zu hängen ist das also nicht, wenn zwei Gruppe-Rennen des diesbezüglich ohnehin sehr umfänglichen deutschen Kalenders heruntergestuft wurden. Bei der Meilen-Trophy geschah dies sogar auf Antrag des Verbandes, denn für ein Gruppe II-Rennen mit einer entsprechenden Mindestdotierung fand sich kein austragender Rennverein.

Der Status mehrerer Rennen ist jedoch gefährdet, was zwei Gründe hat: Zum einen ist die Qualität der in Deutschland trainierten Pferde, was durch die Ergebnisse und die Ratings untermauert wird, in den letzten eins, zwei Jahren nicht mehr ganz so hoch anzusiedeln wie zuvor. Zum anderen sind die hier gezahlten Geldpreise im internationalen Vergleich eher bescheiden, zumal bei den Gästen auch noch hohe Steuern abgezogen werden. Starts ausländischer Pferde sind somit oft mit der Suche nach Black Type zu erklären.

Den deutschen mit dem italienischen Rennsport zu vergleichen und auf eine Stufe zu setzen, wie das aktuell gerade französische und englische Fachmedien tun, ist jedoch übertrieben. Denn ernst genommen können die dortigen Black Type-Rennen von der sportlichen Seite kaum noch. Man bleibt auch mehr und mehr unter sich, Geld gibt es sehr spät, aber aus dem System der Pattern-Rennen wird Italien merkwürdigerweise auch nicht entfernt.

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