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Aufgalopp 603

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 603 vom Freitag, 31.01.2020

Wer bislang die Telefonnummer des Dachverbandes in Köln drehte, der bekam einen Gesprächspartner an den Apparat, der sich mit den Worten „Direktorium“ und seinem Namen meldete. Auf einen Testanruf haben wir am Donnerstag verzichtet, aber der Begriff Direktorium ist Geschichte. „Deutscher Galopp“ heißt es ab sofort, logischerweise müssten sich die Damen und Herren im Hauptquartier des Rennsports dementsprechend zu erkennen geben. Dass ein „Direktorium für Vollblutzucht und Rennen“ kaum noch zeitgemäß war, wird wohl niemand bestreiten, doch ob der neue Name, der für gutes Geld installiert wurde, für Aufbruch und Modernität steht, ist Ansichtssache. Und ob vor allem die Rennvereine, die teilweise ganz eigene Wege gehen, was die Öffentlichkeitsarbeit anbetrifft, den Begriff weitertransportieren, ist längst noch nicht ausgemacht. Am schnellsten reagierte man immerhin in Bad Harzburg: Dort wurde das neue Plakat, das für die Rennwoche mit dem Namen Deutscher Galopp wirbt, in den sozialen Netzwerken bereits vor der aktuellen Präsentation am Donnerstag veröffentlicht.

Bei allen hehren Worten kommt es am Ende auf den Inhalt an. Zahlen wurden am Donnerstag nicht präsentiert, über Geld wurde nicht gesprochen, nur die nach Umfragen sieben Millionen Bürger, die am Galopprennsport interessiert seien, wurden wie ein Mantra wiederholt. Die teilweise weniger erfreulichen Kennziffern des Vorjahres waren kein Thema, die beunruhigenden Nachrichten, was die wirtschaftliche Lage einiger Veranstalter anbetrifft, schon gar nicht.

Immerhin: Es passiert etwas, doch es wird teuer. Das betrifft zusätzlich das neue TV-Konzept, das noch weitere, bestimmt kostspielige Verbesserungen vorsieht. Die an den ersten Renntagen des Jahres ausgestrahlten Bilder waren zumindest einmal eine deutliche Verbesserung zu dem, was man bisher zu sehen kam.

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