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Aufgalopp 596

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 596 vom Freitag, 29.11.2019

Die Dachmarken „Direktorium für Vollblutzucht und Rennen“ und „German Racing“ werden, so ist zu hören, wohl demnächst der Vergangenheit angehören. Ein neuer Name, eine Dachmarke wird es geben, „Deutscher Galopp“ wird das Ganze heißen, oder „Galopp Deutschland“. Oder so ähnlich. Natürlich wird dann auch gleich ein neues Logo kreiert. Die Führung des Verbandes wird zudem organisatorisch umgebildet, nach einem gefühlten Vierteljahrhundert der Diskussionen scheint die Strukturreform endlich zur Realität zu werden. Den Besitzern soll mehr Einfluss zugestanden werden, Rennvereine und Aktive haben dem Vernehmen nach nicht mehr so großen Einfluss. Man darf gespannt sein. Doch das kostet gutes Geld, insbesondere ein neuer Name des Dachverbandes, und ob am Ende deswegen ein Besucher mehr auf die Rennbahn kommt, ist doch eher unwahrscheinlich.

Der Rennsport hat andere Probleme und die sind an den vor Kurzem vorgelegten Zahlen festzumachen. Der erneute Rückgang der Fohlengeburten und der Bedeckungen kann nur Besorgnis erzeugen. Wenn dieser Abwärtstrend mathematisch fortgesetzt wird, so wird in zwanzig Jahren in Deutschland überhaupt kein Vollblutfohlen mehr geboren. Vielleicht wird es nicht ganz so schlimm, aber ein Blick in den Katalog der Arqana-Auktion, die Ende nächster Woche in Deauville über die Bühne geht, zeigt, dass vermutlich wieder mehrere Dutzend Stuten das Land verlassen werden, derart viele sind aus Deutschland angemeldet. Große Zuchten verkleinern signifikant den Bestand, sie werden auch kaum in entsprechendem Umfang neue Käufe tätigen. Und so mancher kleine Züchter wird nach dem gerade im unteren Bereich ernüchternden Ergebnis der Iffezheimer Herbstauktion eine Bedeckung im kommenden Jahr vielleicht nicht unbedingt ins Auge fassen. Ein neues Logo wird wenig helfen, um dies aufzuhalten. Es müssen andere Maßnahmen getroffen werden.

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