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Aufgalopp 595

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 595 vom Freitag, 22.11.2019

Sport und Politik zu trennen fällt gerade bei internationalen Großereignissen oft nicht leicht. Die abstruse Vergabe der Olympischen Spiele ist da nur ein Beispiel. Auch im Rennsport spielen politische Umstände oft eine Rolle, zudem eine Reihe von wichtigen Rennen in Ländern stattfinden, die mit der Demokratie eine nicht immer innige Beziehung haben. Dass etwa im Februar ein neues rennsportliches Spektakel rund um den Saudi-Cup in Riyadh aufgebaut wird, ist seitens Sausi-Arabien auch ein politisches Signal gegenüber anderen Veranstaltern im Mittleren Osten, genau wie die Bahrain Trophy an diesem Freitag. 

Vor einer besonderen Herausforderung steht derzeit der Hong Kong Jockey Club. Seit Wochen wird die Stadt von politischen Unruhen erschüttert, in unmittelbarer Nähe der Bahn liegt eine Universität, einer der Brennpunkte der Auseinandersetzungen. Der Jockey Club musste dieser Tage erst einmal das Gerücht aus der Welt schaffen, das Rennbahngelände würde als Stützpunkt der Polizei genutzt. Die Besucherzahlen sind zurückgegangen, weil Transportmöglichkeiten fehlen, auch beim Wettumsatz müssen Abstriche gemacht werden.

CEO Winfried Engelbrecht-Bresges, steht vor einer Situation, die er nicht verursacht oder gar gewollt hat. „Wir wollen, dass es mit dem Rennsport weitergeht“, hat er den lokalen Medien erklärt, „es war sicher ein wichtiges Zeichen an unsere internationalen Gäste, dass wir das Meeting am Sonntag ohne Zwischenfälle durchgeführt haben. Sicherheit hat bei uns Priorität.“ Ob es allerdings wirklich Sinn macht, in einem in den Grundfesten erschütterten Hong Kong ein Rennfest mit Beteiligung von Zwei- und Vierbeinern aus der ganzen Welt zu feiern, steht auf einem anderen Blatt. Der Jockey Club ist dazu fest entschlossen, doch wird man die Situation in den kommenden Wochen genau beobachten müssen.

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