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Aufgalopp 593

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 593 vom Freitag, 08.11.2019

In den nächsten Tagen und Wochen werden sich die Züchter von Vollblütern wieder mit den Deckplänen für ihre Stuten beschäftigen, werden Rennleistungen prüfen, Statistiken wälzen, Tarife vergleichen. Welcher Hengst passt zu meiner Stute, wer bietet das beste Preis-Leistungsverhältnis, wessen Nachkommen kann ich irgendwann gut verkaufen?

Wir hätten da mal einen Tipp: Ogatonango. Gut, man könnte einwenden, dass seine Rennlaufbahn nicht gerade aufregend war. Er stieg erst mit zehn Jahren in den regulären Betrieb ein, beendete diesen zwei Jahre später mit einem letzten Platz in einem Ausgleich IV in Doberan, wofür er ein GAG von 44kg bekam. Dass der rustikale Züchter und Besitzer Volker Franz Schleusner ihm daraufhin Vollblutstuten von, nun ja, nicht unbedingt erster Qualität zuführte, kann als dessen Hobby abgetan werden. Nur: Ogatonango kann mit inzwischen 19 Jahren eine Bilanz vorweisen, die Dubawi und Galileo vor Neid erblassen lassen. Zwei Drittel seiner Starter sind Black Type-Pferde. Kein aktiver Deckhengst hat so etwas geschafft. Weltweit. Zwar ist neben Apoleon und The Tiger, der am Samstag das Silberne Band der Ruhr gewann, nur noch ein einziger weiterer „Ogatonango“ gelaufen (Anton von Marlow), doch spielt das irgendwie auch keine Rolle. Schleusner hat dieses Frühjahr sechs Vollblutstuten von seinem Hengst decken lassen. Wenn alle seine Nachkommen ein durchschnittliches Rating von 90 Kilo erreichen, wie Apoleon und The Tiger, dann wird er gewiss zufrieden sein.

Apropos Rating: Als die Paolini-Tochter Nantana am 7. August 2013 ihre Rennlaufbahn mit Rang acht in einem Amateurrennen in Köln beendete, bekam sie ein GAG von 45 kg. Im Jahr darauf wurde sie von Tai Chi gedeckt, ihr Erstling heißt Nancho und hat am Sonntag das Gruppe I-Rennen in München gewonnen. Manchmal ist die Zucht von Rennpferden eine rätselhafte Wissenschaft.

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