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Aufgalopp 587

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 587 vom Freitag, 27.09.2019

Am letzten Tag der Großen Woche in Iffezheim, immerhin der Tag, an dem der Große Preis ausgetragen wurde, stellten nach einem Rundgang um die Bahn Jockeys Fotos in die sozialen Netzwerke. Der Zustand des Geläufs war teilweise so, wie man es von einer Premium-Bahn eigentlich nicht erwartet hätte, auch wenn es sich um die finale Veranstaltung des Meetings handelte, der Boden dementsprechend strapaziert war. Als unlängst in Magdeburg an einem Samstag-Renntag im Schlussbogen mächtig Staub aufgewirbelt wurde, kommentierte selbst der Rennbahnsprecher, dass „es an einen Italo-Western erinnert.“ Und dass am letzten Sonntag die Wellen hochschlugen als Derbysieger Laccario eine Dreiviertelstunde vor dem Preis von Europa abgemeldet wurde, war absehbar. Wenn es um die Bodenverhältnisse geht, wird es emotional.

In England gibt der Rennbahnverwalter auf den Milliliter genau an, wie viel Wasser er verteilt und vor allem wo auf der Bahn. Tägliche Bulletins sind selbstverständlich, bei großen Meetings werden nach dem ersten Rennen alle Jockeys befragt, wie es mit den Bedingungen auf sich hat. Die Antworten werden unmittelbar publiziert. Vor dem „Arc“-Wochenende hat der für die Bahn Zuständige der Öffentlichkeit genau mitzuteilen, was er denn so treibt in den Tagen vor den großen Rennen. Informationen für Wetter, aber auch für die Besitzer und Trainer.

Es kann sicher trefflich darüber diskutiert werden, ob das Thema nicht gelegentlich etwas hoch gehängt wird. Doch es fehlt seitens mancher Rennvereine gelegentlich an Transparenz und an der Ernsthaftigkeit, sich dessen anzunehmen. Das Wort „gut“ wird als Bodenangabe häufig morgens in der Welt verbreitet, noch ehe ein Mitglied der Rennleitung das Hippodrom von weitem gesehen hat. Die veränderten Klimabedingungen mit Dürreperioden und Starkregen dürfen kein Argument sein: Wenn es um das Geläuf geht, ist höchste Achtsamkeit geboten.

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