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Aufgalopp 579

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 579 vom Freitag, 02.08.2019

Die Kollegen der „Racing Post“ hatten sich unlängst in einem längeren Artikel mit der Frage beschäftigt, warum Jockeys auch in relativ fortgeschrittenem Alter im Vergleich zu anderen Sportlern  noch zu Höchstleistungen fähig sind. Der Anlass dafür war die erstaunliche Saison, die Frankie Dettori, 48, hinlegt. Der Mann, so wurde akribisch recherchiert, passt auf sich auf. Er hat etwa in diesem Jahr noch nie einen Ritt an einem Montag in England ausgeführt. Und dienstags, mal abgesehen von den Meetings, auch höchst selten. Seine freien Tage nimmt er sich, dann jettet er schon einmal mit dem Kumpel Atzeni zum Palio nach Siena. Es stimmt also die Work-Life-Balance. Am nötigen Kapital dafür wird es gewiss nicht fehlen.

Kollege Joe Fanning, 49, fehlt eigentlich bei keinem Renntag auf der Jockeyliste. Unermüdlich düst er in Diensten seines Arbeitgebers Mark Johnston durch das Königreich, wenn er nicht, wie unlängst, durch einen Schlüsselbeinbruch außer Gefecht gesetzt wird. Und der elegante Gerald Mosse, 52, ist auf allen Rennbahnen der Welt immer noch ein ernstzunehmender Mitspieler. Erfahrung ist halt durch nichts zu ersetzen. Und eine entsprechende Ernährung wird, so nehmen wir es einmal an, auch eine gewisse Rolle spielen.

Die genannten Beispiele lassen denn auch für die heimische Jockeyelite hoffen. Selbst wenn aktuell jüngere Jockeys in der Statistik weit oben stehen: Bei den Fachkräften Bojko, Minarik, Pedroza, Pietsch, De Vries oder Starke, um nur einige zu nennen, steht durchweg eine solide „4“ beim Alter vorne. Sie werden dringend gebraucht, denn schon jetzt herrscht bereits bei zwei gleichzeitig stattfindenden Renntagen akuter Reitermangel im Lande. Doch Altersmüdigkeit haben wir erfreulicherweise noch bei keinem festgestellt.

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