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Aufgalopp 563

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 563 vom Freitag, 12.04.2019

Auf der kalifornischen Rennbahn Santa Anita sollte bei der Veranstaltung an diesem Freitag kein Jockey mit Peitsche reiten. Diese von den Jockeys selbst angeregte Maßnahme ist kurzfristig aber aufgeschoben, aber nicht aufgehoben worden, denn in Kalifornien soll bekanntermaßen in Kürze eine neue Regelung in Kraft treten, nach der die Peitsche nur noch benutzt werden darf, wenn die Sicherheit von Pferd und Reiter gefährdet ist. Ganz auf sie zu verzichten, erschien den Aktiven aber dann doch etwas zu radikal zu sein. 

Das Thema, das wir an dieser Stelle schon in der letzten Ausgabe anrissen, schlägt in den USA unverändert hohe Wellen. Anerkannte Top-Jockeys wie Mike Smith und Jorge Velazquez tragen das Experiment mit, das Echo ist durchweg positiv, auch wenn sich inzwischen die Stimmen mehren, die eine Höchstgrenze der Peitscheneinsätze nach europäischem Vorbild fordern.

Deutschland mag ein kleineres Licht in der internationalen Szene sein, doch gilt es die Lage genau im Auge zu behalten. Wie zu hören ist, soll die Reiterliche Vereinigung Überlegungen anstellen, dass Pferden erst im Alter von dreißig Monaten ein Sattel aufgelegt werden darf. In diese Richtung zielen von Tierschutzorganisationen auch immer wieder vorgebrachte Forderungen, Zweijährigen-Rennen einzustellen. Über mögliche Konsequenzen einer solchen Maßnahme sollte besser nicht nachgedacht werden. Der Galopper-Dachverband geht mit diesem Thema eher defensiv um. Er hat es, im Gegensatz zu zahlreichen Rennvereinen, bis heute nicht geschafft, einen explizit für den Tierschutz zuständigen Mitarbeiter im Hause auszuweisen. Informationen gibt es auf der einschlägigen Website durchaus, nach längerem Suchen, aber wer für diesen delikaten Bereich verantwortlich ist, bleibt offen. Vernachlässigen sollte man die Angelegenheit nicht.

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