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Aufgalopp 562

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 562 vom Freitag, 05.04.2019

In Kalifornien hat die dortige Rennsportbehörde in der vergangenen Woche eine Entscheidung gefasst, die letztendlich besagt, dass auf weite Sicht die Peitsche im Rennen irgendwann gänzlich abgeschafft wird (siehe Meldung Seite X). Nahezu zeitgleich benutzte Christophe Soumillon, unstrittig einer der besten Jockeys der Welt, dieses Hilfsmittel bei seinem Sieg auf Thunder Snow im Dubai World Cup 13mal. Zwölf Peitscheneinsätze, nicht gerade wenig, sind in den Emiraten gestattet. Für das Überschreiten des Limits wurde Soumillon mit umgerechnet 6.000 Euro bestraft, Kleingeld im Vergleich zu dem Preisgeld, das es in dem Rennen zu verdienen gibt. Kritik am Verhalten des Reiters seitens der Branche blieb jedoch aus.

Der amerikanische Rennsport steht hingegen, was das Tierwohl betrifft, mit dem Rücken zur Wand. Die mächtige und nicht unumstrittene Tierschutzorganisation Peta zählt alleine in Kalifornien 700.000 Mitglieder. Wie Walter Hancock, der Präsident der Claiborne Farm zu Wochenbeginn anmerkte, genügen in dem Bundesstaat 600.000 Stimmen, um eine Petition ins Rollen zu bringen, die Pferderennen aus Tierschutzgründen gänzlich zu verbieten. Will der Rennsport überleben, dann muss er eben mit Maßnahmen wie einem erheblich eingeschränkten Peitschengebrauch leben.

Der Trend wird sich weltweit ausbreiten und auf Dauer wird man sich diesem auch in Ländern wie den Emiraten nicht entziehen können. Wenn anerkannte Spitzenjockey wie Ruby Walsh die angekündigte Deckelung des Peitscheneinsatzes in Irland kritisieren, dann muss ihm einmal erklärt werden, dass die Zukunft seines Berufsstandes von derartigen Anordnungen abhängt. Auch die Äußerungen nach dem World Cup von Soumillon, er habe sich wie ein Cheltenham-Jockey gefühlt, das Pferd hätte man so reiten müssen, waren wenig hilfreich. Die Zeit wird gegen solche Ansichten sprechen.

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