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Aufgalopp 561

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 561 vom Freitag, 29.03.2019

Nächste Woche, exakt am Mittwoch, beginnt in Europa die Saison der Breeze Up-Auktionen. In Ascot, einem noch relativ jungen Versteigerungsplatz, mit einem quantitativ reduzierterem Angebot im Vergleich zum Vorjahr. Das zieht sich dann auch wie ein roter Faden durch die Kataloge: Es sind weniger Zweijährige im Angebot, weil sich die Pinhooker im vergangenen Jahr zurückgehalten haben. Das hatte auch mit dem drohenden Brexit zu tun, bei dem inzwischen aber niemand weiß, wann und wie er kommt. Und es ist unverändert vollkommen unklar, wie die Folgen für Rennsport und Zucht sein werden. Die Branche wäre bestimmt nicht unglücklich darüber, wenn sich eine Lösung bis zum späten Frühjahr verzögern würde, dann wäre die Bedeckungsperiode so gut wie abgeschlossen und die wichtigsten Auktionen Vergangenheit. Für Iffezheim, wo übernächste Woche Anmeldeschluss für die Frühjahrsauktion ist, haben Consigner aus dem Ausland zumindest schon eine ganze Reihe von Zweijährigen mit durchaus erstaunlichen Pedigrees eingeschrieben.

Die ersten Breeze Up Sales in den USA waren teilweise ein Erfolg, doch sind diese natürlich kein Maßstab. Wenn Coolmore gerade in Florida ein paar Millionen Dollar ausgegeben hat, heißt das noch lange nicht, dass dies in Europa auch der Fall sein wird. So herrscht bei den führenden Auktionshäusern Tattersalls und Arqana eine gewisse Zurückhaltung, was Prognosen anbetrifft. Der Umsatz auch dieser Auktionen, die allerdings nur bedingt ein Spiegelbild des Marktes sind, war immer schon von den großen Investoren abhängig. Deren Verhalten vorherzusehen, ist unmöglich. Die Entscheidung von Scheich Mohammed, das Sponsoring in den kommenden Jahren deutlich herunterzufahren, hat nicht unbedingt beruhigend gewirkt. In ein paar Wochen wird man klarer sehen.

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