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Aufgalopp 559

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 559 vom Freitag, 15.03.2019

Der Unterschied könnte nicht größer ein. Hier Cheltenham, „The Festival“, ein fast schon archaisches Meeting, bei dem zwei Dinge eine nicht ganz unwesentliche Rolle spielen: Alkohol und Wetten. Dort Meydan, wo gerade diese beiden Komponenten, nun ja, eher nicht ganz so wichtig sind, wo trotzdem großer Sport geboten wird, halt auf eine ganz andere Art. „Carnival“ heißt das Meeting dort, und dieser Titel würde auch gut für Cheltenham passen. Die Stimmung ist jedes Jahr unvergleichlich, die Sieger werden gefeiert und jedes Jahr werden neue Geschichten geschrieben. Wer etwa nicht von der Freude der 23 Jahre alten Bryony Frost nach ihrem Sieg auf Frodon am Donnerstag in der Ryanair Chae ergriffen war, der muss schon ein Herz aus Stein haben. Oder die Story des von Geburt an blinden Andrew Gemmell, ein 66 Jahre alter ehemaliger Regierungsbeamter, Besitzer von Paisley Park, Sieger im Stayers‘ Hurdle. Kann man sich doch gar nicht ausdenken. Cheltenham hat auch 2018 nichts von seiner Anziehungskraft verloren.

Hingegen fällt es von Jahr zu Jahr schwerer, Enthusiasmus für die Rennen in Dubai zu entwickeln. Es ist, zumal an den normalen Donnerstagen trotz des einen oder anderen Gruppe-Rennens, eine fast klinische Angelegenheit geworden. In der Regel hat Godolphin zwei, drei oder mehr Starter im Rennen, in der Regel gewinnt dann auch ein Jockey in einem blauen Dress. Vielleicht kommt es einem deshalb so vor, als ob das Interesse von europäischen Ställen an dem Meeting doch etwas abgeflaut ist.

Gemmell hat im Übrigen vor einigen Monaten Paisley Park zum Kurs von 33:1 für das Stayers‘ Hurdle gewettet. Donnerstag gab es 11:8. Respekt.

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