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Aufgalopp 553

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 553 vom Freitag, 01.02.2019

Es fällt schwer, sich mit Rennen wie dem Pegasus World Cup anzufreunden, der am vergangenen Samstag zum dritten Mal in Gulfstream Park in Florida gelaufen wurde, diesmal mit einem Grasbahnrennen im Beiprogramm. Die 16 Millionen Dollar des Vorjahres wurden geteilt: Hier neun Millionen, da sieben Millionen, 500.000 Dollar mussten auf den Tisch gelegt werden, wollte man mitlaufen, so ganz hatten das Reglement sogar die amerikanischen Fachkollegen nicht begriffen, klar ist nur, dass schon die Besitzer der jeweils Drittplatzierten gerade so über die Runden kommen. Das Interesse der Öffentlichkeit hat auch schon nachgelassen, es war der schwächste Besuch bei den drei Austragungen, kein Wunder bei Eintrittspreisen, die bei 60 Dollar begannen. Zwar waren prominente Fernsehstationen live vor Ort, aber in den überregionalen amerikanischen Zeitungen stand so gut wie nichts.

An Europa geht zumindest der World Cup auch ziemlich vorbei. Die Erstplatzierten sind hier relativ unbekannte Größen, auch wenn Breeders‘ Cup-Sieger dabei waren. Der favorisierte Accelerate, Nummer drei der Weltrangliste, wurde Dritter, er verabschiedete sich wie der Sieger City Light in die Zucht. Alle zwölf Starter in diesem Rennen liefen unter dem Einfluss von Lasix, was die Angelegenheit aus züchterischer Sicht auch nicht unbedingt besser macht. Es bestand sogar für die Besitzer und Trainer die Möglichkeit, eine Gewichtserlaubnis von drei Kilo in Anspruch zu nehmen, wenn man sein Pferd ohne Lasix an den Start gebracht hätte. Niemand tat dies.

Trotzdem: Wer denn nun glaubt, ein Pferd wie Accelerate hätte unter diesen Umständen im Vordertreffen der Weltrangliste nichts zu suchen, der sollte bedenken, dass beim Breeders‘ Cup zwei europäische Cracks ebenfalls vor dem Rennen Lasix bekommen haben: Expert Eye. Und Enable.

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