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Aufgalopp 551

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 551 vom Freitag, 18.01.2019

Wenn es der Brexit schon auf die Titelseite der „Racing Post“ schafft, dann ist die Lage ernst. Ist sie auch, selbst wenn der Galopprennsport bei der ganzen Thematik nur ein winziges Rädchen ist. Die älteren können sich noch erinnern, dass, wenn früher etwa Pferde von Deutschland nach Frankreich gebracht wurden, an der Grenze ein Amtstierarzt seine Befugnisse wahrnehmen musste. Und der drückte seine Stempel auch nicht am Wochenende oder nachts in den Pferdepass, sondern zu Bürozeiten ab Montags um neun. So ähnlich könnten die Verhältnisse wieder werden, wenn Vollblüter zum Rennen oder zur Bedeckung die Grenze nach Großbritannien passieren müssen. Wer schickt denn seine Stute noch zu einem englischen Hengst, wenn die Anreise kompliziert wird?

Eine Woche nach dem Stichtag 29. März wird in Aintree das Grand National-Meeting durchgeführt. Der irische Buchmacher Paddy Power hat den Kurs, dass kein irisches Pferd im Grand National läuft, von 33:1 auf 16:1 gekürzt. Denn mit der Einfuhr könnte es vielleicht noch klappen, doch ob dann die Vierbeiner so ohne Weiteres wieder in die Heimat zurückkommen können, steht in den Sternen. Dass bei den großen Auktionshäusern wie Tattersalls oder Goffs Krisensitzungen einberufen werden, ist nur logisch. Im Dezember werden etwa bei Tattersalls Pferde in mehr als dreißig Länder verkauft. Wenn diese Pferde nur noch unter Schwierigkeiten das Land verlassen können, wird es schwierig werden. Henry Beeby, der CEO von Goffs, hat bereits öffentlich darüber nachgedacht, Auktionen nicht mehr in England durchzuführen und Planungssicherheit angemahnt. Da dürfte er aber bei britischen Politikern an der falschen Adresse sein.

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