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Aufgalopp 548

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 548 vom Freitag, 14.12.2018

Genau 0,7 Prozent der weltweit lebenden Vollblüter stehen derzeit in Hong Kong. Das hat zumindest Winfried Engelbrecht-Bresges ausgerechnet, CEO des Hong Kong Jockey Clubs. Um damit zu unterstreichen, welch ein großartiger Tag dieser letzte Sonntag für die heimischen Pferde gewesen sei. Alle vier internationalen Rennen sind vor Ort geblieben, erstmals überhaupt in der Geschichte dieser Prüfungen, was natürlich zu entsprechend guter Laune beitrug und vielleicht auch zu einem Rekordumsatz für diesen Tag. Rund 180 Millionen Euro wurden in den zehn Rennen des Tages gewettet, 96.388 Besucher wurden gezählt, etwas mehr als 2017. Zudem gab es noch Geld aus ausländischen Wettpools, hier wurde eine 30prozentige Steigerung registriert, besonders aus Japan kam deutlich mehr Geld. Ein Geschäftsmodell, das weiter ausbaufähig ist.

In vielen Ländern der Welt mag der Rennsport in der Talsohle sein, doch in Hong Kong ist der Boom ungebrochen. Jährlingschefeinkäufer Mark Richards war auch dieses Jahr wieder weltweit unterwegs, ist ein gern gesehener Gast auf den Auktionen.  Damit steigert sich automatisch auch die Qualität der in Hong Kong stehenden Pferde, doch muss konstatiert werden, dass in diesem Jahr zumindest aus Europa das Interesse der Ställe an den Internationalen Rennen weniger groß war. Godolphin und Coolmore waren unterdurchschnittlich vertreten, mögliche Kandidaten aus Deutschland waren abgelehnt worden. Ob sie eine Chance gehabt hätten, sei allerdings dahingestellt. Für Australien und die USA sind die Rennen ohnehin eher kein Thema. Eine „Weltmeisterschaft“ der Galopper, wo wirklich alle laufen wollen, wird es wohl nie geben. Aber das dürfte den Verantwortlichen in Hong Kong doch ziemlich egal sein. Das Feuerwerk am Ende des Tages fällt jedes Jahr opulenter aus.

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