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Aufgalopp 539

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 539 vom Freitag, 12.10.2018

Man stelle sich vor, in den letzten Tagen hätte sich in Newmarket die Erde aufgetan und hätte die Auktionshalle von Tattersalls und den Platz davor verschlungen. Das wäre es dann wohl gewesen mit Rennsport und Zucht, zumindest in der Alten Welt. Denn alles, was wichtig war oder sich zumindest dafür hielt, war bei der Jährlingsauktion Nummer eins in Europa. Und es ist immer wieder faszinierend, anderen Leuten, die oft so gekleidet sind, wie man selbst nicht in den Garten gehen würde, beim Einkaufen von etwas zuzusehen, das nun wirklich nicht zum täglichen Überleben notwendig ist.

Geld spielt, zumindest am oberen Ende des Marktes keine Rolle. Immer, wenn die Namen Dubawi und Galileo im Pedigree auftauchten, liefen alle in die Auktionshalle, am Ende waren es aber doch stets die gleichen Klienten, die die Kaufzettel unterschrieben, auch wenn sich der eine oder andere Investor gegen die „big player“ Coolmore und Godolphin durchsetzte. Die Anbieter und Züchter mag es freuen, doch erfordert es schon große finanzielle Anstrengungen, um entsprechende Jährlinge vorzuhalten. Die Decktaxe für die Top-Hengste sind schon im inflationären Bereich, die Zahl der Nachkommen, die es nicht auf die Auktion schaffen, möchte man gar nicht so genau wissen.  

Die exzellenten Zahlen, die in den letzten Tagen in England geschrieben wurden, dürfen aber nicht überdecken, dass es im unteren Bereich des Marktes ganz anders aussehen wird. Denn in den kommenden Wochen stehen, auch in Iffezheim, die Basis-Auktionen an und dort kommen halt keine Dubawis und Galileos in den Ring. Das Angebot ist vielfältig und auch gut, gebraucht werden die Käufer. Denn  man darf sich nicht blenden lassen: Bilanziert wird erst am Ende des Jahres.

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