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Aufgalopp 525

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 525 vom Donnerstag, 05.07.2018

Mit Aberglauben bezeichnet der Duden einen „als irrig angesehener Glauben an die Wirksamkeit übernatürlicher Kräfte in bestimmten Menschen und Dingen“. Na ja. Das sehen manche Personen, vorzugsweise im Galopprennsport, aber mal ganz anders. So konnte man etwa Markus Klug, den eigentlich der Realität sehr nahen Championtrainer, am Dienstag bei der Startboxauslosung dabei beobachten, wie sein Kopf ruckartig nach unten fiel, als die Nummer 6 für Weltstar gezogen wurde. Weil nämlich seit Einführung der Startboxen noch nie ein Derbysieger aus dieser Box gekommen war. Dass Destino aus der eins startet und Star Max aus der zwölf, das ärgerte Klug dann auch, aber mit Aberglaube hatte das dann weniger zu tun. Teilnehmer wie Jimmu und Sweet Man können eigentlich auch nicht gewinnen, denn es handelt sich um Schimmel und bei den bisherigen 148 Austragungen des Klassikers hat es noch nie für ein Pferd mit dieser Farbe zum Sieg gelangt. Dass weder Eduardo Pedroza noch Adrie de Vries bisher im Derby erfolgreich waren, nimmt man auch zur Kenntnis, aber unseres Wissens ist keiner von beiden schon 148mal im Derby geritten. Wir kennen auch einen im Derby schon erfolgreichen Trainer, der seinen Wecker stets mit der Endzahl 1 programmiert, weil er immer Erster sein will. Oder denjenigen, der immer die gleiche Krawatte trägt, was manchmal nicht zwingend mit der Mode zu vereinbaren ist. Eine Liste, die beliebig zu verlängern ist. Der Begriff Aberglaube, so heißt es, „ kann als „falsche Einsicht in die Natürlichkeit von Geschehnissen“ verstanden werden.“ Für und nicht nachzuvollziehen.

Übrigens: Aus der Startbox acht war auch noch nie ein Pferd im Derby erfolgreich. In die wird am Sonntag Jimmu einrücken. 

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