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Aufgalopp 520

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 520 vom Freitag, 01.06.2018

Auf manchen Bahnen gibt es während der Rennveranstaltungen Führungen, bei denen Besucher einen Blick hinter die Kulissen werfen können. In Düsseldorf etwa, in Mülheim und anderswo. Führring, Waage und anderes steht auf dem Programm. In Hoppegarten wurde unlängst an einem Samstag extra eine zweistündige Rennpause eingelegt, die Menschen konnten dahin gehen, wo das ansonsten nicht möglich ist.

Es ist immer wieder verwunderlich, wie groß die Teilnehmerzahl bei derartigen Angeboten ist. In Hoppegarten waren es Hunderte. Da man davon ausgehen kann, dass niemand zweimal an solchen Führungen teilnimmt, dürfte die Zahl der Menschen, die erstmals eine Rennbahn besuchen oder das zumindest noch nicht oft gemacht hat, sehr groß sein. Wie gehen wir mit diesem Personenkreis um? Ist, um ein Beispiel zu nennen, die Rennsport-Sprache zu fachlich? Ist die Materie zu kompliziert? Braucht es eine Champions League, bei der ständig andere Pferde laufen? Wie wird das Thema Tierschutz thematisiert? So mancher Veranstalter bietet vor Ort, etwa durch die erwähnten Führungen, Antworten an, aber es müsste mehr sein.

Vor einigen Wochen hat die Reiterliche Vereinigung den jährlichen „Tag der Offenen Stalltür“ durchgeführt. Mit entsprechend positiver Resonanz. Hat es im Rennsport auch schon gegeben, vor einigen Jahren, teilweise mäßig organisiert, vom Dachverband unzureichend unterstützt, von den Trainern teilweise lieblos umgesetzt. Erfolgreich nur, wenn Privatinitiative dahinterstand. Einmalig war das bisher. Wieso gab es keine Fortsetzung? Warum ist das nicht zu einer Dauereinrichtung geworden, einem jährlichen Pflichttermin? Eine Initiative dafür kann, ja muss vom Verband ausgehen, von dort gelenkt werden. Aber vielleicht ist es zu viel verlangt, von dieser Stelle etwas zu erwarten.

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