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Aufgalopp 519

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 519 vom Freitag, 25.05.2018

Vor einigen Jahrzehnten gab es in München-Riem einmal einen Versuch, Handicapper der mittleren Kategorie auf unterschiedlichen Distanzen gegeneinander antreten zu lassen und den Besten zu küren. Das nannte sich nach dem Sponsor Wienerberger-Super-Serie, ging, wenn wir uns recht erinnern, über 1600 Meter los, dann über 2000 Meter und schließlich über 2400 Meter, stets im Zwei-Wochen-Rhythmus. Es war kein Erfolg, am Ende waren auf dem langen Weg nicht mal alle mehr dabei, die auf der Meile begonnen hatten. Die Suche nach dem universellen Pferd auf kleiner Ebene.

In den USA geht es bei dem Sieger der Triple Crown mehr um Härte, auch wenn die Belmont Stakes über 2400 Meter schon eine Herausforderung sind. Schwieriger aber ist der Zeitfaktor, gilt es doch, drei schwere Rennen innerhalb von fünf Wochen zu gewinnen. Justify ist nach dem letzten Samstag kurz davor. In Großbritannien ist bereits von einem Anwärter auf die „Dreifache Krone“ die Rede, Saxon Warrior ist nach dem Triumph in den 2000 Guineas hoher Derby-Favorit und nach Abstammung sollte die St. Leger-Distanz kein Problem für ihn sein.

Nun genießt der letzte Klassiker der Saison auf der Insel einen ganz anderen Stellenwert als bei uns, schon allein in Bezug auf die Dotierung. Deshalb erscheint es schwer vorstellbar, dass es in naher Zukunft einen Nachfolger von Königsstuhl geben wird, der 1979 die Triple Crown in Deutschland gewinnen konnte. Das Mehl Mülhens-Rennen wurde der Triumph eines Pferdes, dessen Stehvermögen bei aller Klasse begrenzt sein dürfte, das St. Leger ist ein gut dotiertes Steherrennen – mehr nicht. Ein wahrer Crack kann alles, doch die Zeiten in denen ein Pferd innerhalb einer Woche die Goldene Peitsche und den Großen Preis von Baden gewann (Baal 1954) sind wirklich vorbei.  

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