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Aufgalopp 383: Zur Vermarktung der Renntage!

Entspannte Zuschauer beim Düsseldorfer Sparkassen-Renntag. www.dequia.de

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 383 vom Donnerstag, 03.09.2015

In der vergangenen Woche begab sich ein Kollege der renommierten „Rheinischen Post“ in Düsseldorf auf die Rennbahn und berichtete im Lokalteil über den Sparkassen-Renntag. Er kam zu dem Schluss, dass es sich um ein Vergnügen gehandelt habe, das „allerdings nicht ganz billig war.“

Der Mann muss auf der falschen Veranstaltung gewesen war. Mal davon abgesehen, dass es bei einem derartigen Renntag Freikarten en masse unter das Volk gebracht werden, kostet es eine Familien, mit zwei großen und unbegrenzt vielen kleinen Menschen, in Düsseldorf 16 Euro. Inklusive einem Wettgutschein. Das ist Standard auf deutschen Bahnen. Und was bekommt man dafür? Bespaßung ohne Ende, eine Kinderprogramm, das sich sehen lassen kann. Ponyreiten, Hüpfburg, Kinderschminken, alles inzwischen völlig normal und gratis. In Hannover haben wir unlängst einen Zauberer beobachtet, der selbst gestandene Zirkusbesucher verblüfft hat. An diesem Tag war im Übrigen der Eintritt auch noch frei. Die Rennvereine sollten derartige Dinge noch stärker in den Fokus stellen. Wer heutzutage zum Fußball geht, ist ein armer Mann, bevor er noch seinen in der Regel harten Sitzplatz eingenommen hat. In Aachen bei der Europameisterschaft der Spring- und Dressurreiter war man unlängst bei einer nur halbwegs vernünftigen Karte im dreistelligen Euro-Bereich dabei.

Es gibt Rennvereine, bei denen das Beiprogramm oft den eigentlichen Kern der Veranstaltung überlagert. Puristen mögen das bemängeln, es ist ihnen, zu viel Rummel sei das alles. Wollen wir aber in zehn, zwanzig Jahren noch Pferderennen haben, ist so etwas überlebenswichtig. Nur: Die Veranstalter sollten damit auch trommeln. Auch und besonders bei den Medien.    

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