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Aufgalopp 372: Das Preisgeld entscheidet

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 372 vom Donnerstag, 18.06.2015

Wenn an einem Renntag in einem Handicap fünf und in einem anderen nur noch vier Pferde an den Start gehen, ist das für Wetter, Besucher und somit für den Veranstalter wenig erfreulich. So geschehen letzten Sonntag in Hannover und auch an diesem Wochenende in Bremen sind die Felder als zumindest übersichtlich zu bezeichnen. Zwischen Baden-Baden und Hamburg sind die Tage gerade auf diesen Bahnen schwierig zu besetzen, hinzu kam eine PMU-Veranstaltung in Hoppegarten. Wenn in zeitlich nahem Abstand ähnliche Rennen mit einer Dotierung von 8000 und von 6000 Euro angeboten werden, geht jeder nur halbwegs vernünftig denkende Trainer oder Besitzer in das Rennen mit dem höheren Preisgeld. Die westdeutschen Bahnen fangen dieses Dilemma noch mit Startern aus Belgien und den Niederlanden auf – nach Bremen oder Hannover fahren die nicht, höchstens nach Hamburg, sie mögen halt die Meetings.

Ein schwieriger Spagat für den deutschen Rennsport, hinter den Kulissen herrscht diesbezüglich eine gewisse Unruhe, die Terminvergabe 2016 wird noch heftiger diskutiert werden als bereits bisher. Insbesondere sollen dem Vernehmen nach vornehmlich Vereine mit PMU-Renntagen bedacht werden, die auch sonst ein starkes Jahresprogramm vorlegen. Und es wird zudem darüber diskutiert, die Rennpreise in den Basis-Rennen auf ein einheitlicheres Niveau zu bringen, damit es Situationen, wie oben geschildert, nicht mehr gibt. Dass PMU-Renntage inzwischen für das finanzielle Konstrukt des deutschen Rennsports unverzichtbar sind, ist Fakt – ob man die somit entstandene Abhängigkeit begrüßt oder nicht. Eines sei noch angemerkt: Keineswegs als Nachteil haben sich die Anfangszeiten an Samstagen um 12 Uhr herausgestellt. Das Publikum insbesondere im Osten des Landes nimmt das durchaus an. 

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