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Aufgalopp 334: Gibt es nach 2015 noch Pferderennen in Frankfurt?

Gibt es nach 2015 noch Galopprennen in Frankfurt? www.galoppfoto.de - Sarah Bauer

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 334 vom Donnerstag, 11.09.2014

Nur die kühnsten Optimisten glauben, dass es nach 2016 noch Galopprennen in Frankfurt-Niederrad geben wird. Selbst die kommende Saison könnte in Frage gestellt sein, zumindest was die Finanzierung mehrerer Renntage anbetrifft. Die Geschehnisse der letzten Tage haben gezeigt, dass die Stadt Frankfurt auch nicht das geringste Interesse daran hat, dass künftig Pferderennen dort stattfinden. Der zuständige Sportdezernent, nicht unbedingt als Kenner der Branche verdächtig, hat sogar prophezeit, dass er mit dem Ende der Sportart in fünf Jahren rechne. Deutschlandweit? Gut, dass sein Einfluss zumindest an den Stadtgrenzen endet. Dass damit historische Verabredungen und Bürgerinteressen vom Tisch gefegt werden, scheint im Römer niemanden zu interessieren. Der Deutsche Fußball-Bund lockt mit mehr Reputation und vor allem Geld.

Für den deutschen Rennsport, der sich nach den bisherigen Eindrücken aber auch nicht zu einer schlagkräftigen gemeinsamen Aktion hat entschließen können, geht es nicht nur um den Verlust von sieben oder acht Renntagen pro Jahr, das wäre notfalls aufzufangen. Es geht um den Wegfall einer ganzen Region. Die letzte deutsche Rennbahn von Format, die aufgegeben wurde, war Gelsenkirchen – dort gab es zumindest im geographischen Umfeld Bahnen, die erreichbar waren. Das ist bei Frankfurt nicht der Fall. Richtung Norden ist der nächste Veranstaltungsort Köln, im Süden Mannheim, eine, bei allem Respekt, Provinzbahn. Ob die Menschen, die in Frankfurt zur Rennbahn gegangen sind, es waren in jüngster Zeit nicht wenige, künftig dorthin fahren, erscheint unwahrscheinlich. Dass aus Frankfurt auch eine Menge größerer Wetter kommen, ist zusätzlich beunruhigend. Sie werden sich vom Rennsport entwöhnen, Außenumsatz wird zurückgehen. Mal ganz davon abgesehen, dass möglicherweise eine über die Jahre gewachsene Besitzerstruktur wegbrechen dürfte. Es ist mehr als fraglich, ob das alles noch zu stoppen ist.  

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