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Aufgalopp 328: Zum Format der Deutschen Gr. I-Rennnen

Schlug einen internationalen Gegner von Format: Gestüt Winterhauchs Lucky Lion (rechts) gewinnt mit Ioritz Mendizabal den Grossen Dallmayr-Preis gegen den Frankel-Bruder Noble Mission. www.galoppfoto.de - Sebastian Höger

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 328 vom Donnerstag, 07.08.2014

Dass in diesem Jahr im Sommerprogramm des deutschen Galopprennsports ein Gruppe I-Rennen fehlt, hat sich, was die Besetzung der verbliebenen Prüfungen anbetrifft, positiv bemerkbar gemacht. Nur zur Erinnerung: Jahrelang wurde drei Wochen nach dem Derby der Große Preis von Berlin gelaufen, dann wieder drei Wochen später ein Rennen, das in grauer Vorzeit Aral-Pokal hieß, auf seinen Wanderungen in München gelandet war, schließlich erneut drei Wochen später gab es dann den Großen Preis von Baden. Das Münchener Rennen  etwa ist auf den 1. November geschoben worden, ein interessantes Experiment, der dortige Veranstalter wirbt gerade in einschlägigen Medien um Nennungen. Jetzt ist der Große Preis von Berlin an diesem Sonntag das einzige Bindeglied zwischen Hamburg und Baden-Baden, das Rennen ist gut, wenn auch nicht überragend besetzt, wichtig ist vor allem, dass genügend Pferde laufen. Das hat sich schon beim Dallmayr-Preis in München gezeigt, dass weniger oft mehr sein kann, die dortige Besetzung war die beste seit langem. Das starke Angebot von Gruppe I-Rennen über 2400 Meter hatte zu einer Verwässerung des Standards geführt, die Ratings waren gefährlich gesunken.

Unverändert allerdings hält sich das ausländische Interesse an den hiesigen Großereignissen in engen Grenzen. Noble Mission war das einzige internationale Pferd von Format, das in den Gr. I-Rennen dieser Tage unter Order war, Hoppegarten ist aus dieser Sicht eine Enttäuschung, denn der Schwede Hurricane Red ist kaum ein Maßstab. An der vergleichsweise sehr ordentlichen Dotierung kann es eigentlich nicht liegen. Selbst wenn das große Geld im Lande bleibt: Die Gäste sind das Salz in der Suppe, für die Zuschauer und die Wetter – vielleicht muss für unsere Top-Ereignisse noch ein wenig mehr getrommelt werden.  

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