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Aufgalopp 311: Zur Öffentlichkeitsarbeit mit "Stallgeruch"

Präsentierten sich den TV-Kameras: Die Prix de l'Arc de Triomphe-Siegerin 2013, Treve, und ihre Trainerin Criquette Head-Maarek. www.galoppfoto.de - Frank Sorge

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 311 vom Donnerstag, 10.04.2014

Großer Andrang zu Wochenbeginn auf der Trainingsbahn im französischen Chantilly: Treve, ungeschlagene Siegerin im vorjährigen Prix de l'Arc de Triomphe, absolvierte am Dienstag eine öffentliche Arbeit, Frankie Dettori saß im Sattel, alle Fachmedien waren vor Ort, die Kameras mehrerer Fernsehsender, auf Youtube ist ein entsprechendes Video zu sehen: Klick!

Bemerkenswert. Und nicht einmalig. In Frankreich werden die Medien vor den jeweiligen Großereignissen regelmäßig informiert, wann die Cracks ihre entscheidende Arbeit absolvieren. In England öffnen die Ställe ihre Tore, Besuche bei den Trainern gehören zu den Standards, die Presse ist eingeladen, es gibt keine Geheimnisse. Auch weil es gerade auf der Insel funktionierende Langzeit-Wettmärkte gibt, das Publikum verlangt, dass es über die aktuelle Form der vierbeinigen Protagonisten informiert wird. Wenn ein gutes Pferd hustet, weiß es heutzutage Minuten später jeder, der sich dafür interessiert.

In Deutschland wird damit wesentlich defensiver umgegangen. Pressekonferenzen der Rennvereine finden in der Regel weit entfernt von den eigentlichen Hauptdarstellern, den Pferden statt, in den Räumen der einzelnen Klubs, in Hotels, bei Sponsoren - Ausnahmen gibt es, wie etwa in Köln, wo man sich zumindest gelegentlich am Stall von Peter Schiergen trifft. An ein öffentliches Training eines Spitzenpferdes, zu dem explizit eingeladen wurde, können wir uns zumindest in jüngster Zeit nicht erinnern. Dabei ist dies genau das, was man verkaufen kann. Keine theoretischen Auslassungen vom Podium herunter, sondern Rennsport zum Anfassen. Das Pferd steht im Mittelpunkt. Es gibt genügend lokale Fenster oder TV-Sender, die dankbar über entsprechende Bilder sind, viele Redaktionen, die Bilder drucken würden. Nur: Wenn man kein Angebot macht, dann passiert auch nichts.

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