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Aufgalopp 220: Über die Vermessung der Hutgrößen in Royal Ascot ...

Sie macht Ascot 'Royal' und auch an ihrer Hutgröße gibt es keinen Zweifel: Queen Elizabeth II mit Prince Philip. www.galoppfoto.de - Frank Sorge

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 220 vom Donnerstag, 21.06.2012

Es ist schon ein merkwürdiges Land, in dem an den Eingängen der Rennbahn, wie gerade in Royal Ascot, Ordner stehen, die mit Maßbändern ausgerüstet sind, mit denen die vorgeschriebenen Hutgrößen der Damen geprüft werden. Oder, noch skurriler, in dem im ersten Rennen eines immerhin fünf Tage dauernden Meetings ein Gruppe I-Rennen auf dem Programm steht, in dem auch noch das beste Pferd der Welt läuft. Der Höhepunkt gleich zu Beginn. Und das noch an einem Dienstag, an dem Normalsterbliche ihrem Tagewerk nachzugehen haben. 46.000 waren vor Ort und haben nicht gearbeitet.

Da passt es gut, dass die französische Wettorganisation PMU gerade geäußert hat, sie könne sich wohl vorstellen, die Zusammenarbeit mit dem deutschen Rennsport weiter auszubauen. Wobei allerdings nicht die Samstage oder gar Sonntage angepeilt würden, die ständen nun doch den französischen Rennbahnen zur Verfügung, nein, in der Woche sei man höchst interessiert an zusätzlichen Terminen. Das bringt den deutschen Rennsport schon in Schwierigkeiten, denn, wie an dieser Stelle schon mehrfach ausgeführt, fehlt es einfach an Pferden, mit der man in der Lage wäre, durchgängig Renntage auch in der Woche durchzuführen.

Wie wäre es denn mit einem "Grand Prix"-Renntag an einem Wochentag? Nächste Woche haben wir mit dem Hansa-Preis in Hamburg einen solchen Fall. Und ein Blick ins Archiv zeigt, dass es dies, abgesehen von Baden-Baden in der Vergangenheit auch schon gegeben hat. In den 90er Jahre etwa wurde die damals noch existente Derby-Revanche in Hannover auch schon einmal an einem Montag ausgetragen. 1996 mit einem Wettumsatz in neun Rennen von 1,05 Millionen Mark! Andere Zeiten...

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