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Aufgalopp 206: Die Sand-Bilanz

Auch so sahen Sandbahn-Rennen in diesem Winter aus: Filip Minarik mit Dakar in Neuss. Foto Hannah Parow-Souchon

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 206 vom Donnerstag, 15.03.2012

Die Zahl derjenigen, die das Ende der Wintersaison im deutschen Galopprennsport bedauern, wird sich in sehr engen Grenzen halten. Es sind eine Handvoll Aktive, die zumindest eine gewisse Verdienstmöglichkeit haben, mehr nicht. Der Wetter, ob auf der Bahn oder in den Annahmestellen, ist zurückhaltend, die rund 84.000 €, die letzten Samstag in Neuss umgesetzt wurden, sind das deutlichste Indiz. Ohne die gerade im Winter lieblos präsentierte Viererwette sähe es noch schlechter aus.
Spätestens im kommenden Sommer wird die Diskussion erneut aufkommen, ob die Rennen überhaupt stattfinden sollen oder ob man, wie einst üblich, vielleicht doch lieber eine Winterpause macht. Solange die Rennen durch die Buchmacher oder den englischen Satellite Information Service (SIS) zumindest in den Grundzügen finanziert sind, wird es sicher weitergehen, aber sowohl dem Publikum (gerade in Neuss) oder auch den Besitzern (2,5 % vom Rennpreis als Nennungsgeld) wird schon Einiges abverlangt.
Eine grundlegende Änderung ist nicht in Sicht. Neuss ist dank der neuen Tribüne "verbaut", eine optimale Rennbahn sieht anders aus. Die Geläufe in Dortmund und Neuss sind besser als ihr Ruf, doch weit vom Optimum entfernt. Es kann nur mühsam nachgebessert, nicht grundsätzlich erneuert werden, was vor zwanzig Jahren einmal modern und attraktiv war, ist heute antik. Um neidisch zu werden, noch ein Blick nach Frankreich: Dort werden auf sieben Allwetterbahnen 2012 zwanzig Prozent aller Rennen gelaufen. Das erste Grupperennen auf Sand wird nur eine Frage der Zeit sein.

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