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Aufgalopp 158: Kampf um die Preisgelder

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 158 vom Donnerstag, 31.03.2011

Mal angenommen, Fährhof würde seine Trainer anweisen, auf bestimmten Rennbahnen keine Pferde mehr laufen zu lassen. Auf Bahnen, auf denen das Preisgeld gering ist. Oder Röttgen würde das tun. Oder Schlenderhan. Utopisch? Schon möglich, auch wenn die genannten Gestüte nun nicht zwingend wöchentlich auf den Winterbahnen präsent sind oder große Expeditionen zu Handicaps in die neuen Länder entsenden.

Aber in England geschieht dies gerade. Vereinfacht dargestellt, ist Folgendes passiert: Die Horsemen group (www.thehorsemensgroup.com), die Besitzer, Trainer, Züchter, eigentlich alle Aktiven repräsentiert, hat einen Katalog von Mindestdotierungen für die einzelnen Kategorien von Rennen aufgestellt (The Horsemen’s Tarriff). Basierend auf den Kosten, die bei einem Start entstehen, wobei Trainingsgeld, Transporte, Prozente etc. eingearbeitet sind. Unterteilt in Flach- und Hindernisrennen, auch in Wochentage. Diese Tarife sollen nun die Grundlage für die Preisgelder bilden und Trainer sowie Besitzer werden angehalten, dort nicht zu starten, wo diese Mindestdotierungen nicht eingehalten werden.

Die Resonanz ist erstaunlich, die Solidarität enorm. Aus Dubai meldete sich Simon Crisford, der Racing Manager von Scheich Mohammed. Godolphin unterstütze diese Aktion in vollem Umfang, die Pferde würden auf bestimmten Bahnen ab sofort nicht mehr laufen, Frankie Dettori dort nicht in den Sattel steigen. Championtrainer Richard  Hannon und Kollege Mark Johnston zogen nach. Hannon will ab sofort keine Starter mehr nach Windsor entsenden, so etwas wie seine Hausbahn.  Selbst Royal Ascot steht unter Beschuss, dort entsprechen die Preisgelder nicht den Tarifen. Interessant zu beobachten, ob die Rennbahnen dem Druck der Straße nachgeben.

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