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Arqana schließt mit Rekordergebnis

Eine Million Euro kostete dieses Dubawi-Fohlen. Foto: Zuzanna Lupa

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 548 vom Freitag, 14.12.2018

Es war, wie so oft in den vergangenen Wochen, eine starke Auktion in der Spitze, die Vente d’Élevage von Arqana in Deauville, die finale der wichtigen Versteigerungen in Europa 2018. Die Qualität gerade dieser Dezember-Auktion ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen, das macht sich dann halt auch in den Ergebnissen bemerkbar. Am Samstag, dem qualitativ stets stärksten Tag, stieg der Schnitt pro Zuschlag bei 153 verkauften Pferden gegenüber dem Vorjahr um 21,44% auf 149.791 Euro an, Rekord für diese Session.

Aber auch an den anderen Tagen wurden teilweise gute Geschäfte gemacht, auch wenn, wie so oft in diesem Jahr, um unteren Preisbereich schon teilweise zu sehr geringen Preisen Pferde abgegeben wurde. Dass am Ende eine neue Bestmarke erzielt wurde, lag auch daran, dass am Dienstag in der Session der Zuchtstuten mit Blickrichtung Hindernissport die Besitzergemeinschaft Simon Munir/Isaac Souede einige Kronjuwelen aus ihrer Zucht anboten. Immerhin dreimal wurden dabei sechsstellige Preise erzielt. 

Arqanas CEO Eric Hoyeau zog am Ende trotzdem nur ein gemischtes Fazit: "Trotz der Rekordzahlen gab es eine Reihe von Warnzeichen, was de Zukunft des Marktes betrifft", sagte er, "wir werden sie berücksichtigen und uns überlegen, wie wir für Käufer und Verkäufer im kommenden Jahr die bestmöglichen Ergebnisse erzielen kann."  

Wie man mit Pferden Geschäfte macht, wie innerhalb kürzester Zeit enorme Wertsteigerungen zustande kommen, dafür ist Lily’s Candle (Style Vendome) das beste Beispiel. Vor 14 Monaten wurde sie als Jährling bei Arqana von ihrer Züchterin Madame Pierre Lependry für 15.000 Euro verkauft. Nach einer Reihe von guten Vorstellungen inklusive einem vierten Platz auf Gr. III-Ebene wechselte sie bei der „Arc“-Auktion für 390.000 Euro in den Besitz des amerikanischen Investors Martin Schwartz. Für diesen gewann sie dann wenige Stunden nach dem Deal überraschend den Prix Marcel Boussac (Gr. I), war im Breeders‘ Cup Juvenile Fillies Turf (Gr. I) allerdings chancenlos. Geschäftsmann Schwartz entschloss sich, die Zweijährige erneut in den Ring zu schicken und wurde am Samstag mit einem Zuschlag von 1,1 Millionen Euro belohnt. Katsumi Yoshida war der Käufer, die Zukunft der Stute blieb aber zunächst einmal offen. Am Tag darauf wurde das Pedigree der Stute nochmals aufgewertet, denn auch ihrer nächsten Verwandtschaft war Lys Gracieux (Heart’s Cry) ausgezeichnete Zweite im Hong Kong Cup (Gr. I).

Dreimal wurde es am Samstag in Deauville siebenstellig, zweimal fiel der Hammer bei einer glatten Million Euro. So bei der zwei Jahre alten Solage (Galileo), die bisher im Besitz des Südafrikaners Markus Jooste stand und aus dem Stall von Trainer Nicolas Clement angeboten wurde. Den Zuschlag bekam eine Besitzergemeinschaft mit dem Écurie des Charmes und dem Ballylinch Stud, Unterbieter war Godolphin. Auch hier war noch nicht ganz klar, wie es zukünftig mit der Stute weitergehen wird. Einmal war sie bisher am Start, dabei belegte sie Platz zwei.

Zum ersten Mal überhaupt bei dieser Auktion wurde ein Fohlen für einen siebenstelligen Betrag verkauft. Das war bei einer Tochter von Dubawi aus der Irish 1000 Guineas (Gr. I)- und E P Taylor Stakes (Gr. I)-Siegerin Just The Judge (Lawman) der Fall, deren Erstling, ein ebenfalls von Dubawi stammender Hengst, bei Arqana im Sommer 1,4 Millionen Euro erlöst hatte. Es war diesmal ein Bieteduell zwischen Coolmore und Godolphin, das Unternehmen von Scheich Mohammed bekam bei einer glatten Million den Zuschlag. „Langfristig ist sie natürlich für die Zucht gekauft worden“, sagte Anthony Stroud, der zusammen mit John Gosden vor Ort war und den Kaufzettel unterschrieb.

Fraglos war aus Deutschland ein sehr attraktives Angebot in die Normandie gefahren worden, das wurde dann auch mit teilweise sehr hohen Preisen unterlegt. Peace in Motion (Hat Trick), die immer so großartig aussehende Stute aus dem Besitz von Dr. Christoph Berglar, Siegerin u.a. im Großen Preis der Landeshauptstadt für Trainer Waldemar Hickst, war am Ende die teuerste aus dem hiesigen Lot. Für 860.000 Euro bekam Bertrand Le Metayer die von Ronald Rauscher vorgestellte Vierjährige, der Agent hatte bereits bei Tattersalls zwei hochpreisige Stuten ersteigert. „Peace in Motion ist ebenfalls für diesen Kunden“, sagte er, ohne ihn allerdings preiszugeben, „sie wird ins Gestüt gehen und wir werden uns einen prominenten Hengst für sie aussuchen.“

Eigentlich wäre der Stall Salzburg mit Night Music (Sea The Stars) an diesem Wochenende lieber nach Hong Kong gereist, doch kam die Stute nicht ins Feld der „Vase“. So fuhr der Transporter die Fünfjährige nach Deauville und kehrte leer zurück. Für 700.000 Euro wechselte sie in den Besitz des Haras du Cadran, dessen Eigner Pierre Talvard mit einigen Kunden als Partner den Zuschlag bekam. „Sie hat das nötige Exterieur, hat entsprechende Leistungen gezeigt und ein hervorragendes Pedigree“, begründete er seinen Kauf, „ein richtiger Star.“ In der Obhut von Sarah Steinberg hatte die vom Gestüt Etzean gezogene Stute den Gran Premio di Milano (Gr. II) und den Premio Federico Tesio (Gr. II) gewonnen.

Auch das zweite aus München angereiste Pferd erzielte einen guten Preis: Clearly (Shamardal) war vom Stall Salzburg vor einem Jahr aus dem Bestand von Godolphin für 125.000gns. bei Tattersalls gekauft worden. Mit einem dritten Platz in einem Listenrennen in Hannover kam diese Saison Black Type in ihr Pedigree, jetzt erlöste sie 310.000 Euro, es geht für sie nach Australien, wo ihr Bruder Polarisation (Echo of Light) den Sydney Cup (Gr. I) gewonnen hat.

Mit einer Wildcard war Diana Storm (Soldier Hollow) erst in letzter Minute in den Katalog gerutscht. Der vier Jahre alten Stute, rechte Schwester des Gr. I-Siegers Dschingis Secret, war in den Farben des Stalles Grafenberg ein Black Type-Sieg verwehrt geblieben, doch konnte sie zahlreiche Gruppe- und Listen-Platzierungen vorweisen. Für 400.000 Euro ging sie in den Besitz der Al Wasmiyah Farm, die auch in Deutschland Pferde im Training hatte, Eigner u.a. des mehrfachen Gr.-Siegers Noor Al Hawa (Makfi) ist. Trainer Elias Mikhalides war für die katarischen Besitzer der Bieter.

Zahlreiche weitere Stuten aus deutscher Zucht oder deutschen Ställen wechselten zudem den Besitzer. Aus dem Rauscher-Kontingent wurden zwar Good Donna (Doyen) und Delectation (Delegator) nicht verkauft, dafür aber die in Norwegen mehrfach erfolgreiche Calyxa-Schwester Caesara (Pivotal) für 65.000 Euro an Suzanne Roberts, zudem die beiden Bona-Stuten Nagold (Lando) und Lagoda (Dalakhani), die Ravensbergerin Wurfkette (Black Sam Bellamy), die Sinndar-Stute Guenea für 13.000 Euro an Renello-Bloodstock sowie deren Soldier Hollow-Hengstfohlen für 26.000 Euro an Pierre Boulard.

Fährhof trennte sich von drei Stuten: Die von Mastercraftsman tragende mehrfache Gr.-Siegerin Fair Breeze (Silvano) brachte 43.000 Euro, Nianga (Lomitas) wurde tragend von Wootton Bassett für 42.000 Euro verkauft und die aus dem Rennstall kommende Santa Maximina (Maxios) ging für 8.000 Euro aus dem Haus. Das Gestüt Etzean hatte drei Angebote im Katalog, ein Jukebox Jury-Hengst aus der Thunderstruck erlöste immerhin 19.000 Euro. 

Die für den Stall Torjäger mehrfach listenplatziert gelaufene Guiliana (Zoffany), angeboten über das Gestüt Ohlerweiherhof, brachte mit 150.000 Euro eine sehr guten Preis. Der Weg der Dreijährigen führt in die USA, sie wird sicher weiter Rennen bestreiten. Leytana (Intello), die ebenfalls auf Listenebene platziert war, wurde von Litex Commerce für 90.000 Euro an den Australier Paul Moroney verkauft. 

Es gab auch deutsche Käufer

Zu den Investoren im höheren Bereich gehörte Jürgen Winter vom Haras de la Perelle. Für 510.000 Euro ersteigerte Ghislaine Bozo von Meridian International für ihn die drei Jahre alte Fangs (Kitten’s Joy), eine rechte Schwester zu drei Black Type-Pferden, darunter der Gr. I-Siegerin Kitten’s Dumplings.

Philipp von Stauffenberg wurde auf der Suche nach Fohlen, die im kommenden Jahr wieder in den Ring kommen können, bei einem Siyouni-Hengst aus der Gr. III-Siegerin Bal de la Rose (Cadeaux Genereux), einer Schwester von Lope de Vega (Shamardal) fündig. Er kostete immerhin 180.000 Euro. Für 57.000 Euro kaufte er einen Pride of Dubai-Hengst aus der Firedance. 

Das Gestüt Brümmerhof ließ über Meridian International die von Siyouni tragende, nicht gelaufene Vila Nova(Silver Frost) ersteigern- Die Vierjährige ist eine Schwester der Gr. I-Sieger Volga (Caerleon) und Vallee Enchantee (Peintre Celebre) aus einer starken Black Type-Familie. Sie kostete 135.000 Euro. An Axel Donnerstag ging für 90.000 Euro Kitcarina (Shamardal), eine vom Haras de Saint Pair angebotene drei Jahre alte Stute, die mehrfach platziert gelaufen ist. 

Holger Faust von der HFTB Racing Agency zählte wie immer bei Arqana zu den eifrigen Käufern. Für 45.000 Euro sicherte er sich ein Olympic Glory-Stutfohlen, Schwester der diesjährigen May Hill Stakes (Gr. II)-Siegerin Fleeting (Zoffany) aus einer starken Black Type-Familie. Hengstfohlen von Territories und Power kosteten 14.000 bzw. 13.000 Euro. Ein Isfahan-Hengst aus der neunfachen Siegerin Gentleshaw (Gentlewave) wurde für 22.000 Euro gekauft. Jeweils 10.000 Euro mussten für die von Isfahan tragende Tai Chi-Schwester Top Model (Teofilo) und die von Pastorius tragende Mystic Melody (Montjeu), eine Schwester des Gr. I-Siegers The Right Man (Lope de Vega) angelegt werden.  

Sechs Pferde wurden auf Ralf Ernst geschrieben, darunter für 25.000 Euro die von New Bay tragende Monsu-Tochter Monst und für 24.000 Euro die Vazirabad-Schwester Vidiyna (Danehill Dancer), die tragend von Le Havre ist.

Vier Fohlen ersteigerte Panorama Bloodstock: Ein Intello-Bruder zu zwei Black Type-Pferden kostete 30.000 Euro, eine Dark Angel-Tochter der mehrfach gruppe-platziert gelaufenen Military Angel (Big Brown) war für 40.000 Euro gemessen an der Popularität des Vaters fast günstig, ein Dream Ahead-Hengst aus der „G“-Linie der Familie Ullmann, Halbbruder der erwähnten Guiliana (Zoffany) wurde für 20.000 Euro erworben. Und ein Masterstrok-Hengst aus der Wunschkonzert (Westerner) aus der Lomitas-Linie kostete gerade einmal 2.000 Euro. 

Chris Richner erwarb im Auftrag von Horst Pudwill die vier Jahre alte Waldfee (Dansili), eine Siegerin aus der Waldrun-Familie, Andreas Putsch hat sie gezogen, das Haras des Embruns war jetzt der Verkäufer. Logischerweise steht jetzt ein Date mit Dschingis Secret auf dem Fahrplan. Das gilt auch für eine weitere Stute, die von Balios tragende acht Jahre alte Brigh (Galileo), Tochter einer Listensiegerin, selbst zweifache Siegerin und Siegermutter. Sie kostete 52.000 Euro. 

Aus deutscher Sicht interessant war der Höchstpreis des Sonntags. 150.000 Euro legte Tomas Janda im Auftrag von Jiri Travnicek für die vom Gestüt Karlshof gezogene Kapitale (Dubawi) an, eine Gr. III-Siegerin, Schwester der Gr. I-Sieger Kamsin (Samum) und Khan (Santiago), die tragend von Maxios aus dem Angebot der Wertheimer-Brüder in den Ring kam. Travnicek züchtet in Frankreich, im Haras de Beaufay. 



Arqana Vente d'Élevage - Salestopper

PferdAnbieterKäuferPreis
Lily's Candle (Style Vendome)CapucinesNarvick/Yoshida€1.100.000
Solage (Galileo)Nicolas ClementMeridian International€1.000.000
Stutfohlen (Dubawi-Just The Judge)La MotterayeStroud Coleman BS€1.000.000
Peace in Motion (Hat Trick)Ronald RauscherBertrand Le Metayer€860.000
Knayzhna (Montjeu), trgd. v. SiyouniMontaiguÉcurie des Monceaux€700.000
Night Music (Sea The Stars)Stall SalzburgCarlos & Yann Lerner€700.000

 Arqana Vente d'Élevage

 20182017
Angeboten900871
Verkauft682688
Umsatz€33.252.500€31.685.000 
Schnitt€48.757 €45.420

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