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Arqana: Plus und Minus bei der Bilanz

Leerer als sonst: Das Auktionsgelände in Deauville. Foto: Zuzanna Lupa/Arqana

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 636 vom Freitag, 18.09.2020

Es war am Ende ein etwas zwiespältiges Ergebnis, das bei der wichtigsten Auktion des Jahres in Deauville, der Select Sale von Jährlingen von Arqana, unter dem Strich stand. Einerseits konnten erstmals in der Geschichte der Auktion an einem Tag zwei Jährlinge für zwei Millionen Euro und mehr verkauft werden. Andererseits gab es mittleren Markt schon größere Schwierigkeiten. Das ähnelte der BBAG-Jährlingsauktion, wo zwar mit dem Verkauf der Sea The Stars-Stute eine große Schlagzeile geschrieben konnte, so mancher Anbieter aber Absatzprobleme hatte. In Deauville kam hinzu, dass der Termin der Auktion auf Grund der Corona-Pandemie mehrfach hin- und hergeschoben wurde, diesmal ohne Anbindung an das Meeting auf der nahgelegenen Rennbahn stattfand.

Am Ende waren es 310 der 416 vorgestellten Jährlinge, die für rund 37,7 Millionen Euro einen neuen Besitzer fanden. Der Schnitt pro Zuschlag lag bei 121.605 Euro, was bei einem wieder einmal leicht geänderten Format der Auktion mit dem Vorjahr unter den gegebenen Umständen nicht vergleichen lässt. Der Gesamtumsatz lag allerdings auf dem Niveau der Jahre 2016 bis 2018.

Über die höchsten Zuschläge am Mittwoch und Donnerstag, der ersten beiden Tage der Auktion, hatten wir bereits in unserer letzten Ausgabe berichtet. 2,5 Millionen Euro brachte als Salestopperin eine vom Ecurie des Monceaux angebotene Dubawi-Schwester zu den Gr. I-Siegern Sottsass (Siyouni) und Sistercharlie (Myboycharlie), die doch etwas überraschend nach Bahrain ging. Sie wird zukünftig im Besitz von Nasser Al Khalifa, einem Mitglied des Herrscherhauses, und KHK Racing antreten, ein Trainer in England soll noch bestimmt werden. Unterbieter war bei ihr Anthony Stroud für Godolphin, das sicher zum Wohlgefallen der Branche Präsenz zeigte, nachdem es noch in Baden-Baden nicht aktiv war. „Sehr selektiv“ würde das Unternehmen von Scheich Mohammed vorgehen, so hieß es damals, und in der Tat erwarb man am umsatzstarken Donnerstag zumindest auf den Namen Godolphin nur ein Pferd, einen Kingman-Hengst für 1,1 Millionen Euro. Insgesamt gab es drei Zuschläge für knapp zwei Millionen Euro. Ähnlich war das Kaufverhalten allerdings schon in früheren Jahren bei Arqana gewesen, quantitativ sind eher die October Yearling Sales in Newmarket der Weidegrund gewesen. Noch nicht einen einzigen Jährling hat bisher Hamdan Al Maktoum 2020 in Europa gekauft, da blickt die Szene auch mit einem gewissen Bangen auf die kommenden Auktionen.

Der Freitag, der dritte und finale Auktionstag, sah dann mutmaßlich nicht ganz so hoch eingestufte Jährlinge im Ring, wobei eine Siyouni-Stute mit einem Zuschlag von 290.000 Euro das teuerste Pferd war. Eckard Sauren hatte mit Trainer Henk Grewe an seiner Seite eine Frankel-Stute aus der Fred Darling Stakes (Gr. III)-Zweiten Jellicle Ball (Invincible Spirit) gekauft, sie kostete 140.000 Euro, kommt aus dem Haras de Saint-Pair von Andreas Putsch. Am Freitag erwarb Grewe für Sauren zwei Jährlinge: 100.000 Euro kostete ein vom Gestüt Ammerland angebotener Lope de Vega-Hengst, Erstling der Margie’s Music (Hurricane Run), Zweite im Berenberg Cup (LR). Deutlich günstiger war für 22.000 Euro eine Reliable Man-Stute aus der Listensiegerin Mantissa (Oratorio), die auf der Bahn bereits Megera (Motivator) hatte, Listensiegerin in Düsseldorf und Zweite im Henkel-Preis der Diana (Gr. I).

Rüdiger Alles war ebenfalls nach Deauville gereist. Der Vollblut-Agent aus Mettmann unterzeichnete zwei Kaufzettel. Ein Churchill-Hengst aus einer nicht gelaufenen Oasis Dream-Stute mit Cracks wie Magic Wand (Galileo) und Chicquita (Montjeu) im Pedigree kostete 95.000 Euro. Für 190.000 Euro war eine vom Haras de Chevotel angebotene Australia-Stute zu haben. Sie ist Erstling der Tres Rock Glory (Fastnet Rock), Listensiegerin und Schwester der Gruppe-Sieger Tres Blue (Anabaa Blue) und Tres Rock Danon (Rock of Gibraltar).

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