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Arqana: Boom beim Markt der Hindernispferde

Master Dino, der Salestopper bei Arqana. Foto: Arqana/Z. Lupa

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 595 vom Freitag, 22.11.2019

Dreigeteilt wie schon in der Vergangenheit war die Vente d’Automne, die November-Auktion von Arqana, die von Montag bis Mittwoch in Deauville über die Bühne ging. Tag eins ist Pferden im Training vorbehalten, am zweiten Tag kamen Jährlinge und Zweijährige mit Ziel Hindernissport in den Ring, abgeschlossen wurde die Auktion mit einer Session für Jährlinge.

Ein starkes internationales Interesse herrschte für Pferde im Training, sowohl für Flach- wie auch für Hindernisrennen. Nicht unerwartet war es der fünf Jahre alte Wallach Master Dino (Doctor Dino), der mit einem Zuschlag von 420.000 Euro zum Salestopper wurde. Es war die Auflösung einer Partnerschaft, die ihn in den Ring gebracht hatte. Bei 19 Starts hat er für Trainer Guillaume Macaire bislang zehn Rennen über Sprünge gewonnen, darunter den Prix Renaud du Vivier (Gr. I) und den Prix Cambacérès (Gr. I), dazu drei weitere Gr.-Rennen. Den Zuschlag bekam der Agent Hervé Bunel, doch wer das Pferd letztendlich gekauft hat, wurde noch nicht öffentlich. Es ist anzunehmen, dass er bei Macaire bleiben wird.

Ansonsten gingen, wie so oft bei französischen Auktionen, die weiteren Top-Lots, die sämtlich mit Wild Cards in den Katalog gekommen waren, in den angelsächsischen Hindernissport. Für 280.000 Euro ging der drei Jahre alte Wallach Gentleman de Mée (Saint des Saints) in den Besitz von John McManus. Ebenfalls nach Irland in den Besitz von McManus geht es für Capodanno (Manduro), der bei seinem bisher einzigen Start Zweiter in einem Hürdenrennen in Compiegne war. Das wirkte sich auf den Preis aus, der drei Jahre alte Wallach kostete 185.000 Euro. Nach England wechselt der ebenfalls drei Jahre alte Strategem (Sunday Break), den David Maxwell für 260.000 Euro erwarb.

Willie Mullins wird sich auch mit Käufen von dieser Auktion beschäftigen. Für ihn ersteigerte Pierre Boulard den dreijährigen Halbblüter Gaillard du Mesnil (Saint des Saints) für 240.000 Euro, zudem mit Ganapathi einen gerade in Paray-le-Moonial erfolgreichen Samum-Sohn.

Auf der Flachen hingegen soll zukünftig der Maxios-Sohn Mount Popa weiter Geld verdienen. Für die Familie Niarchos war er im Training bei Pascal Bary zweifacher Sieger, für 200.000 Euro wechselte der vier Jahre alte Wallach nach Australien, wo er zukünftig von Michael Hawkes betreut wird.

Von deutscher Warte gab es sowohl auf der Käufer- wie auf der Verkäuferseite Aktivitäten. Für 115.000 Euro verließ der vier Jahre alte Ernesto (Reliable Man) den Stall von Markus Klug. Der Listensieger und vorjährige Zweite aus dem Deutschen St. Leger (Gr. III), ein vom Gestüt Röttgen gezogener BBAG-Kauf, wird eine Box bei Ian Williams in England beziehen und soll zunächst Flachrennen bestreiten. Der Stall Salzburg gab den vier Jahre alten Ballydoyle (Masterstroke) für 26.000 Euro an NBB Racing ab, das ist die Agentur von Nicolas Bertran de Balanda. Auf der Käuferseite waren u.a. Mario Hofer, Mirek Rulec und Wilhelm Feldmann aktiv.

Im Bereich der Nachwuchspferde für den Hindernissport war der Jährlingshengst Paradiso (Kapgarde) der höchste Zuschlag. Für 150.000 Euro ging er an Paul Basquin von Saubouas Bloodstock, der junge Hengst stammt aus einer mehrfach erfolgreichen Gentlewave-Mutter. Basquin erwarb mit Söhnen von Ballingarry und erneut Kapgarde für 105.000 bzw. 92.000 Euro weitere hochpreisige Jährlinge.

Der größte Käufer in diesem Segment war allerdings die britische Agentur Highflyer Bloodstock, die gleich zwanzig Jährlinge und Zweijährige für insgesamt 864.000 Euro ersteigerte. Der teuerste Kauf war der eines Sohnes von Doctor Dino, der 130.000 Euro kostete. Für 16.000 Euro wurde ein zwei Jahre alter Rajsaman-Wallach aus einer rechten Schwester des Gr. I-Siegers Ashkalani (Soviet Star) auf Andrea Woeske geschrieben. Ebenfalls 16.000 Euro kostete ein Isfahan-Jährling, der über die HFTB Racing Agency an eine Besitzergemeinschaft um Christoph Holschbach ging und eine Box bei Henk Grewe beziehen wird.

Die Nachfrage in dieser Session war enorm, der Gesamtumsatz betrug 9.807.500 Euro, der Schnitt pro Zuschlag lag bei 30.745 Euro und damit um stolze 33,34% höher als im vergangenen Jahr. Der Hindernissport gerade in Großbritannien und Irland hat unverändert großen Bedarf, die Szene ist auch sehr finanzstark, auch wenn auf diesem Sektor in der Regel nur wenige Besitzer aus dem Mittleren Osten tätig sind.

Erwartungsgemäß auf weniger hohem Niveau stand der abschließende Mittwoch mit den „Flach“-Jährlingen. Hier gab es 147 Verkäufe bei 176 Angeboten, der Schnitt pro Zuschlag lag bei 8.044 Euro und damit um minimale 1,59% unter dem Vorjahreswert. Das konnte am Ende aber den Gesamterfolg der Auktion nicht schmälern. Auffallend war in diesem Segment der starke Anteil von osteuropäischen Interessenten. So war der umsatzstärkste Käufer Witold Miedzanowski aus Polen mit 15 Zuschlägen, Chris Richner, der in der Regel auch für Klienten aus dem Osten Europas tätig ist, erwarb 14 Jährlinge, zumeist im unteren Preisbereich. Den Höchstpreis von 45.000 Euro erzielte eine Tochter von Le Havre, den Kaufzettel unterschrieb der Agent Emmanuel de Seroux.

17.000 Euro erlöste ein Sohn von Ito (Adlerflug) aus der Morning Moon (King’s Best), ein Hengst aus der Familie der Majorität (Königsstuhl). Käufer war Richard Venn für die englische Yorton Farm. Mario Hofer ersteigerte zwei Jährlingshengste von Air Chief Marshal und Falco, dazu eine Power-Stute aus einer Halbschwester des Preis von Europa (Gr. I)-Siegers Meandre (Slickly). Zudem wurden Gerald Geisler und Ralf Rohne als Käufer aufgeführt. Der Münchener Trainer Karoly Kerekes erwarb gleich fünf Jährlinge von Zanzibari (2), Martinborough, Rajsaman und Dragon Pulse.

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