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Abbashiva gewinnt zum Geldwechsel-Kurs im Mülheimer Drei-Pferde-Rennen

Abbashiva im Porträt. www.galoppfoto.de

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Pressemitteilung

Christiane Harley strahlte beim zweiten Renntag des Jahres auf der Galopprennbahn am Mülheimer Raffelberg mit der Sonne um die Wette. Die Ehefrau von Paul Harley (Warendorf) freute sich über den zweiten Sieg des siebenjährigen Hengstes Abbashiva, für den ihr Mann als Trainer verantwortlich zeichnet, beim zweiten Start nach einer fast eineinhalbjährigen Pause. Kurios: Weil gleich drei für diese Prüfung gemeldeten Pferde nicht starten konnten, setzte sich Abbashiva als haushoher 10:10-Favorit gegen nur zwei Gegner durch. Bebido und Shaw belegten in dem 3.000 Euro-Rennen (click zum Rennen) über 1.600 Meter die Plätze: Klick zum kompletten Renntag mit allen Infos und Rennen!

„Nach seiner langen Zwangspause wegen eines Sehnenschadens ist für Abbashiva jeder Sieg wichtig, damit er wieder in Top-Form kommt“, resümierte die 30-jährige Christiane Harley, die in Mülheim ihren Mann (zeitgleich in Berlin-Hoppegarten) vertrat. „Über kleine Aufgaben wollen wir ihn an wieder an große Rennen heranführen“, so die Trainer-Gattin über den Gewinner von fast 150.000 Euro aus dem Besitz des Gestüts Brümmerhof (Familie Baum/Soltau).

In Mülheim war die Aufgabe für Abbashiva freilich „kleiner“ als ursprünglich erwartet. Der Wallach Lulac und die Stute Keyana waren bereits am Vormittag abgemeldet worden. Kurz vor dem Start musste auch Blue Diamante passen. Grund: Beim Galoppieren in Richtung Startmaschine kam der Wallach zu Fall. Seine Reiterin Julia Rogl (Iserlohn) blieb unverletzt. „Er hatte sich verpullt, sich also selbst die Luft genommen“, erklärte die Amateurrennreiterin den Sturz. So verblieben mit Shaw und Bebido gerade einmal zwei Gegner für Abbashiva.

Vor rund 7.000 Zuschauern bei herrlichem Sommerwetter am Raffelberg hatte Abbashiva unter Jockey Eugen Frank (Gütersloh) gleich nach dem Start die Spitze übernommen, gab die Führung nie mehr ab und siegte schließlich überlegen mit neun Längen. Nach einem nicht optimalen Start verdrängte Bebido mit dem Niederländer Adrie de Vries im Sattel Shaw mit Amateurreiterin und Debütantin Cindy Klinkenberg (Boxmeer, NL) auf den dritten Platz. Für die richtig getroffene Zweier- und Dreierwette gab es beim Kurs von 10:10 ebenfalls nur das eingesetzte Geld zurück. Die Platzwetten wurden allesamt zurückgezahlt.

Die geringe Anzahl an Startern hatte auch dafür gesorgt, dass sich der Umsatz in diesem Rennen in überschaubaren Grenzen hielt. Insgesamt wurden 4.682 Euro auf die Auftaktprüfung gewettet. Der Anteil der Außenwetten betrug dabei 2.873 Euro. Der Rennverein musste zu allem Überfluss 1.741 Euro Einsatz zurückzahlen, weil Blue Diamante kurzfristig nicht starten konnte, schloss dieses Rennen aber immerhin ohne finanzielles Minus ab.

Die weitere Marschroute für Abbashiva steht grob fest. „Er soll jetzt noch einmal eine kleinere Aufgabe bekommen. Danach werden wir sehen, ob er schon wieder für wertvollere Rennen und damit auch für schwerere Gegner bereit ist. Das Problem des Hengstes ist, dass er immer mehr will, als er zum jeweiligen Zeitpunkt schon leisten kann. Manchmal müssen wir ihn deshalb noch ein wenig bremsen“, verriet Christiane Harley.

Eugen Frank, einen Tag zuvor noch in Mailand engagiert, durfte sich auch nach dem zweiten Rennen am Raffelberg, einer Prüfung für Araberpferde, freuen. Denn der 33-Jährige triumphierte mit der Außenseiterin Paramour T aus der Zucht von Besitzertrainer Gerald Zoetelief (Texel, NL) zum Totokurs von 263:10. „Der Tag ist gerettet“, scherzte Frank nach seinem perfekten Start in die Veranstaltung. Nach Adrie de Vries (vier Siege, vier zweite Plätze) war Frank der erfolgreichste Jockey des Mülheimer Renntages.

Zufrieden zeigte sich auch der niederländische Besitzer der dreijährigen Stute und Sensations-Siegerin Paramour T. „Die Stute hat manchmal ein Kopf-Problem, lässt ab und an den nötigen Siegeswillen vermissen. Diesmal wollte sie aber unbedingt nach vorn“, freute sich der 64-jährige Zoetelief nach dem sicheren Sieg seiner Paramour T mit eineinhalb Längen vor Shrek OA mit Adrie de Vries und Atoum ’Re mit René Piechulek (Weilerswist).

Doch im weiteren Verlauf des Renntages stellte ein Niederländer alle anderen in den Schatten. Jockey Adrie de Vries trug sich in den neun Rennen am Raffelberg nicht weniger als viermal in die Siegerliste ein. Außerdem wurde der 42-Jährige noch viermal Zweiter. „Es war genau die richtige Entscheidung, nach Mülheim zu kommen. Ich wusste, dass meine Ritte allesamt chancenreich waren“, freute sich „Dauerstarter“ de Vries über das gute Abschneiden auf der mit 7.000 Zuschauer bestens besuchten Familienrennbahn.

Bereits am ersten Renntag der Saison in Mülheim hatte de Vries zwei Rennen für sich entscheiden können. Diesmal verdoppelte er diese Zahl sogar. Mit zwei zweiten Plätzen war der niederländische Reiter in die Veranstaltung gestartet, es folgten zwei Siege mit Imagery aus dem Besitz seines Arbeitgebers (Gestüt Schlenderhan/Bergheim) und Cratos, trainiert von seinem Landsmann Jan Pubben.

Nach zwei weiteren Ehrenplätzen holte sich de Vries mit dem Pubben-Schützling Kiowa das Marathon-Rennen am Raffelberg über 2.950 Meter und sicherte sich gleich danach auch noch Tages-Sieg Nummer vier mit Iron Will aus dem Trainingsquartier von Ertürk Kurdu (Düsseldorf). Im neunten und letzten Rennen belegte de Vries mit dem 45:10-Mitfavoriten Point Out nur Rang neun, was freilich nur ein kleiner Makel in einer beachtlichen Bilanz war. „Ich reite immer sehr gerne in Mülheim“, hatte de Vries gut lachen.

Warendorfer Besitzer Ulrich Langenbach lobt „Terry“ Hellier

Nass geschwitzt, aber glücklich war Terence Hellier nach seinem Sieg mit Santarius in die Jockey-Stube zurückgekehrt. Schuld daran waren nicht nur die sommerlichen Temperaturen. Der 46-jährige Kölner musste für seinen Erfolg in dem mit 5.100 Euro dotierten Dreijährigen-Rennen für Sieglose auch kräftig arbeiten, um Santarius zu einem sicheren Erfolg zu führen.

„Der Hengst ist noch ein Riesen-Baby, benötigte auf der Zielgeraden viel Unterstützung. In Santarius schlummert aber noch reichlich Potenzial“, analysierte der Sohn vom am Raffelberg ansässigen Trainer Bruce Hellier. Eine Länge hinter Santarius belegte Nueno mit Adrie de Vries den zweiten Platz. Der von Eugen Frank (Gütersloh) gerittene Hondo hatte als Dritter bereits weitere viereinhalb Längen Rückstand.

Ein Lob für Jockey „Terry“ Hellier hatte Santarius’ Besitzer Ulrich Langenbach (Warendorf) parat. „Er hat Santarius zu einem Traum-Rennen verholfen. Schon nach wenigen Metern hatte er eine gute Position an der Innenseite. Dort konnte er Kräfte für den Endspurt sparen.“

Langenbach lässt seinen Hengst im heimischen Warendorf von Paul Harley vorbereiten, der am Pfingstsonntag am Raffelberg zwei Sieger stellte. Langenbach und Trainer Harley werden in den kommenden Tagen entscheiden, wie es mit Santarius weitergeht. „Wichtig ist, dass er den Start gut wegsteckt. Wir wollen es vorsichtig angehen lassen, weil er sich noch in der Entwicklung befindet“, so Malermeister Langenbach, der seinen Hengst fast täglich im Stall besucht.

Der Kölner Trainer Waldemar Hickst war mit Rang zwei seines Schützlings Nueno eine Länge hinter dem Warendorfer Sieger durchaus einverstanden. „Santarius war diesmal nicht zu schlagen“, lautete das Fazit von Hickst.

Nicht ganz so gut lief es für den Mülheimer Trainer Uwe Ostmann. Seine einzige Starterin Priwall aus dem Besitz von Dirk von Mitzlaff, Präsidiumsmitglied des Mülheimer Rennvereins, wurde beim Sieg von Imagery unter de Vries in einem Rennen für dreijährige Stuten als Debütantin Siebte und damit Vorletzte. „Die Stute muss noch einiges lernen“, resümierte Ostmann.

Nicht zufrieden war auch Amateurrennreiter Dennis Schiergen (Köln), Sohn von Erfolgstrainer Peter Schiergen (Köln), mit seinem dritten Gastspiel am Raffelberg. Beste Platzierung für den 17-Jährigen bei sechs Starts war ein vierter Platz mit der 162:10-Außenseiterin Cringid Mor. „Schade, dass es nicht mit meinem ersten Sieg in Mülheim geklappt hat. Ich hatte mir mehr ausgerechnet und bin ein wenig enttäuscht“, so das Nachwuchstalent.

Der Umsatz bei neun Rennen am Mülheimer Raffelberg betrug 104.923 Euro. Der Anteil der Außenwetten lag bei 44.865 Euro.

Weiter geht es am Mülheimer Raffelberg bereits am Fronleichnamstag (Donnerstag, 7. Juni) mit dem beliebten Sparkassen-Renntag. Unter anderem wartet dann auf die kleinen Gäste ein ganz besonderer Höhepunkt im Rahmenprogramm. Maria Neumann, Schauspielerin am Theater an der Ruhr in Mülheim, führt das Märchen Schneewittchen auf.

Quelle: www.muehlheim-galopp.de - MSPW

 

 

 

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