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2,5 Mio für Galileo-Sohn

Lot Nummer 557 - ein Galileo-Hengst aus der Funsie - wurde zum Topseller: Für 2.500.000 Guineas ersteigerte ihn David Redvers. www.tattersalls.com

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 236 vom Donnerstag, 11.10.2012

Europas wichtigste Jährlingsauktion endete am Donnerstag nach drei intensiven Tagen in den Park Paddocks in Newmarket mit einem erstaunlich positivem Ergebnis. 68.102.500 gns. betrug der Umsatz bei der Tattersalls October Yearling Sale, der höchste in der Geschichte der europäischen Jährlings-Auktionen, der Schnitt pro Zuschlag rauschte um rund 20.000 gns. auf 161.000 gns. nach oben. Der Salestopper der Auktion kam erst in den Ring, als die Auktion schon fast vorbei war. Es war Lot-Nummer 557 von 577 Jährlingen im Katalog, ein Galileo-Bruder zum Champion Authorized (Montjeu) und es wurde ein echter Knüller. Bei stolzen 2,5 Millionen gns. fiel der Hammer zugunsten von David Redvers, der natürlich für Scheich Fahad Al Thani aus Katar bot. Es war der teuerste Jährling weltweit 2012 und Nummer drei in der Geschichte der europäischen Jährlingsauktionen.

Solche Zahlen stehen auch bei der wichtigsten Jährlings-Auktion des Jahres nicht oft auf der Anzeigentafel. www.tattersalls.comSolche Zahlen stehen auch bei der wichtigsten Jährlings-Auktion des Jahres nicht oft auf der Anzeigentafel. www.tattersalls.com

"Es ist zwar ein Klischee, aber dieses Pferd ist absolut perfekt", meinte Redvers, "ich kann mich nur glücklich schätzen, einen solch enthusiastischen Besitzer hinter mir zu haben." Züchter des Pferdes ist der Australier Paul Makin, der die Mutter Funsie einst auf privater Basis erwarb. Wer den jungen Hengst, der bereits den Namen Hydrogen trägt, trainieren wird, ist noch nicht geklärt. William Haggas, Jeremy Noseda und Nicholas de Watrigant waren an dem Auktionsstar interessiert, Unterbieter war jedoch John Magnier für Coolmore.

Ohnehin war es eine Auktion der Bestmarken. 25.022.000 gns. wurden allein am Mittwoch umgesetzt, Rekord für einen einzelnen Tag seit Einführung der Auktion. An diesem Tag kam auch der Salestopper bei den Stuten in den Ring, eine von Galileo stammende Tochter der Alluring Park (Green Desert), rechte Schwester der diesjährigen Epsom Oaks (Gr. I)-Siegerin Was, die den klassischen Sieg in den Coolmore-Farben erzielte. Was hatte mit einem Zuschlag von 1,2 Millionen gns. bereits vor zwei Jahren die Bestenliste der Verkäufe angeführt und so war es klar, dass bei dem Angebot von Seamus Burns' Lodge Park Stud Coolmore sich früh als möglicher Käufer positionierte. Doch diesmal zogen die Iren den Kürzeren, denn den Zuschlag bekam bei 1,5 Millionen € der junge französische Agent Nicolas de Watrigant. Der ansonsten in dieser Preisregion für Scheich Joaan Al Thani aus Katar tätige De Watrigant zeigte sich bei der Frage nach dem künftigen Besitzer aber verschlossen. "Darüber kann ich keine Auskunft geben", sagte er, "sie wird jedoch nach Frankreich in Training gehen. Es ist eine Stute, die nicht nur das richtige Pedigree, sondern auch ein entsprechendes Exterieur hat. Jeder hätte sie gerne in der Zucht, ein Pferd für die Zukunft."

Galileo war fraglos der Star unter den Vererbern in Newmarket. Die fünf höchsten Zuschläge der gesamten Auktion, alle am Mittwoch im Ring, stammen von Coolmores vierbeinigen Flaggschiff ab. Zwar nicht bei der Was-Schwester, aber bei zwei anderen teuren Galileo-Nachkommen hatte Coolmore aber das letzte Wort. So bei einer rechten Schwester der Gr. I-Siegerin und mehrfach Gr. I-Platzierten Together sowie Halbschwester zum Gr. I-Sieger Jan Vermeer (Montjeu), die 1,3 Millionen gns. kostete und von Demi O'Byrne als "beste Stute der Auktion" bezeichnet wurde. Für einen Sohn der zehnfachen Siegerin Alexander Goldrun (Gold Away), die in ihrem Rekord fünf Gr. I-Siege hat, legten die Iren 950.000 gns. an. Doch gerade die Galileo-Stuten wurden den Anbietern nur so aus den Händen gerissen. 14 Töchter von ihm kamen im "Book 1" in den Ring, sie wurden für knapp acht Millionen gns. zugeschlagen, der Schnitt betrug erstaunliche 570.000 gns. 

Scheich Mohammeds züchterischer Berater John Ferguson. www.tattersalls.comScheich Mohammeds züchterischer Berater John Ferguson. www.tattersalls.comEines der selten Bieteduelle zwischen Scheich Mohammed und John Magnier gab es am ersten Tag der Auktion bei einem Sohn von Raven's Pass. Der Fuchshengst, zweiter Nachkomme der Irish 1000 Guineas (Gr. I)-Siegerin Nightime (Galileo), erste Gr.-Siegerin für ihren Vater, kletterte auf 800.000 gns., den Zuschlag bekam Scheich Mohammeds züchterischer Berater John Ferguson. "Wir haben mit Steeler einen Gruppe II-Sieger von diesem Vater im Rennstall, doch wir glauben, dass da noch deutlich mehr kommt", erläuterte Ferguson seinen Kauf, "dieses Pferd haben wir schon als Fohlen gesehen, es hat sich wirklich toll entwickelt. Kompliment an die Züchterin Marguerite Weld, die seit Jahren herausragende Pferde züchtet."

Nachdem sich Scheich Mohammed bei den bisherigen Jährlingsauktionen doch ziemlich zurückgehalten hatte, stieg er in Newmarket voll ins Geschehen ein. Allein John Ferguson ersteigerte 33 Jährlinge für rund 7.705.000 gns, auch Darley tauchte auf den Kaufzetteln auf. Nimmt man noch Shadwell mit zwölf ersteigerten Jährlingen für rund 3,5 Mio gns. hinzu sowie das sehr aktive Unternehmen Rabbah Bloodstock (38 Jährlinge für 2,4 Mio gns), hinter dem Freunde und Geschäftspartner von Scheich Mohammed stehen, waren die Käufer aus Dubai einmal mehr die tragende Säule der Auktion. Coolmore war mit zwölf ersteigerten Jährlingen für 6.255.000 gns. Nummer zwei der Käuferliste.

Zudem gab es zahlreiche weitere "big player" wie etwa Waratah Thoroughbreds, ein rennsportliches Unternehmen des Australiers Paul Fudge, der mehrfach im höheren Bereich den Zuschlag bekam. Scheich Fahan Al-Thani aus Katar hatte sein Augenmerk auf Nachkommen von Sea The Stars gerichtet, bekam zwei Söhne von ihm für 575.000 bzw. 470.000 gns. Ersterer war ein Sohn der Yummy Mammy und gehörte zum Angebot des Newsells Park Stud der Familie Jacobs. Dieses konnte mehrere gute Verkäufe verzeichnen. So etwa eine Dansili-Stute aus einer von Sadler's Wells stammenden Schwester zur Championesse Goldikova (Anabaa), sie ging für 550.000 gns. an den Agenten Hugo Lascelles. Eine Dalakhani-Tochter aus einer Schwester von Nathaniel ersteigerte Shadwell für ebenfalls 550.000 gns. 450.000 gns. zahlte Coolmore für einen Montjeu-Sohn aus der Honorlina (Linamix). Auf 430.000 gns. kletterte eine von Manduro stammende Tochter der Waldmark (Mark of Esteem). Diese Halbschwester des Doncaster St. Leger (Gr. I)-Siegers Masked Marvel (Montjeu) sicherte sich John Ferguson für 430.000 gns.  

Ging für 430.000 gns an John Ferguson: Eine Manduro-Stute aus der Waldmark. www.tattersalls.comGing für 430.000 gns an John Ferguson: Eine Manduro-Stute aus der Waldmark. www.tattersalls.com

Im Newsells Park-Kontingent waren auch mehrere Jährlinge des Gestüts Fährhof. Manfred Hofer bekam bei 100.000 gns. den Zuschlag für einen Exceed and Excel-Hengst aus der La Hermana (Hernando), einen Bruder zu zwei Listenssiegern. 130.000 gns. zahlte Anthony Stroud für eine Dansili-Stute aus der So Squally (Monsun), einer rechten Schwester zu Shirocco. Für 130.000 gns. wurde eine weitere Dansili-Stute, diesmal aus der Tu Eres Mi Amore, an Haruya Yoshida zugeschlagen, eine Sea The Stars-Tochter aus der Quilanga schließlich ging für 75.000 gns. an Lily Corporation LP.

Das Gestüt Etzean verkaufte einen Galileo-Sohn aus der Night Woman (Monsun) an den Agenten Marc Keller. 260.000 gns. legte dieser für den Bruder der Großer Preis von Baden (Gr. I)- und Henkel-Preis der Diana (Gr. I)-Siegerin Night Magic (Sholokhov) an. Für 230.000 gns. zurückgekauft wurde hingegen ein vom Gestüt Görlsdorf angebotener Sea The Stars-Sohn aus der Sanwa (Monsun), einer rechten Schwester von Schiaparelli, Samum und Salve Regina. Der teuerste Monsun-Nachkomme war ein vom Highclere Stud offerierter Sohn der Lancashire Oaks (Gr. II)-Siegerin Pongee, er ging für 400.000 gns. an John Ferguson.  Für eine Tochter des unlängst eingegangenen Schlenderhaner Deckhengst legte der französische Trainer Nicolas Clement 320.000 € an, dem Vernehmen nach für die Al Thani-Familie.

Inwieweit die positive Stimmung auch im "Mittelmarkt" zu spüren ist, wird die kommende Woche zeigen, denn dann steht "Book 2" der October Yearling Sale auf dem Programm. Die in höheren Regionen tätigen Käufer werden dann nicht mehr vor Ort sein, aber es ist nach dem bisherigen Verlauf der Auktionen in Europa anzunehmen, dass auch dort gut verkauft wird.

Tattersalls October Yearling Sale - Book 1

 20122011
Angeboten 446
Verkauft 364
Umsatz68.102.500 gns.51.634.000 gns.
Schnitt162.925 gns.141.852 gns. 

1 gn = ca. 1,3 €


Tattersalls October Yearling Sale - Book 1 - Salestopper

PferdAnbieterKäuferPreis
H., v. Galileo-FunsieCastlebridge ConsignmentDavid Redvers2.500.000 gns.
St., v. Galileo-Alluring ParkLodge Park StudMandore International1.500.000 gns.
St., v. Galileo-Shadow SongLynch Bages/Camas ParkDemi O'Byrne1.300.000 gns.
H., v. Galileo-Alexander GoldrunMountarmstrong StudDemi O'Byrne950.000 gns.
St., v. Galileo-Secret GardenVoute SalesBlandford Blandford925.000 gns.
St., v. Galileo-Witch of FifeCroom House StudWaratah Thoroughbreds900.000 gns.
H., v. Raven's Pass-NightimeCastlebridge ConsignmentJohn Ferguson800.000 gns.
H., v. Montjeu-WannaChurchtown House StudWaratah Thoroughbreds725.000 gns.
St., v. Galileo-ArkadinaCastlebridge ConsignmentMandore International700.000 gns.
H., v. Montjeu-LucinaCroom House StudDemi O'Byrne700.000 gns.

 

1 gn = ca. 1,3 €

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