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2,5 Millionen Euro für Dubawi-Tochter

Die Salestopperin in Deauville. Foto: Arqana

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 635 vom Freitag, 11.09.2020

Eine Dubawi-Schwester der Gr. I-Siegerin Sistercharlie (Myboycharle) und des Prix du Jockey Club-Siegers Sottsass (Siyouni) – das war schon auf dem Papier ein herausragendes Angebot. Doch dass sie am Ende für 2,5 Millionen Euro verkauft wurde, war ein echter Paukenschlag. Der Agent Oliver St. Lawrence hatte sich am Donnerstag bei der Vente Selecte von Arqana in einem langen Bieterduell durchsetzen können, er war für Fawzi Nass aus Bahrain tätig, der sich ansonsten auf Jährlingsauktionen nicht in diesen Sphären bewegt.

Wie vor allen Auktionen in diesen Tagen war auch bei den Verantwortlichen von Arqana eine gewisse Nervosität zu spüren. Schließlich fand die wichtigste Versteigerung des Jahres in Deauville nicht im gewohnten Umfeld der Rennen statt, war zudem terminlich mehrfach hin- und hergeschoben worden. Traditionell sind die ersten beiden der drei Auktionstage die stärkeren und schon der Mittwoch endete durchaus zufriedenstellend. Den Höchstpreis von 620.000 Euro zahlte Godolphin für eine von Janet Leve-Ostermann gezogene Dubawi-Tochter aus der Gr. III-Siegerin Daytona Bay (Motivator). Das Gestüt Hof Ittlingen hatte sie im vergangenen Jahr bei Tattersalls im Kontingent des Newsells Park Studs für 300.000gns. an Madison Bloodstock verkauft, jetzt kam sie für das Baroda Stud in den Ring.

Deutlich stärker war der Katalog am zweiten Auktionstag und das schlug sich auch in den Preisen nieder. Neben der Dubawi-Stute gab es noch zwei weitere siebenstellige Verkäufe. Coolmore stieg bei einem Galileo-Hengst aus der Prudenzia (Dansili) ein, für zwei Millionen Euro bekam M. V. Magnier den Zuschlag. Der junge Hengst ist ein Bruder der Gr. I-Siegerinnen Chicquita (Montjeu) und Magic Wand (Galileo).

Godolphin war bei der BBAG nicht in der Käuferliste zu finden, doch bei Arqana schlug das Unternehmen von Scheich Mohammed mehrfach in höheren Preisregionen zu. Für 1,1 Millionen Euro erwarb man einen Kingman-Hengst aus der nicht gelaufenen Speralita (Frankel), Schwester der mehrfachen Gr. I-Siegerin und Gr. Vererberin Stacelita (Monsun).

In den Ring kam am Donnerstag auch eine rechte Schwester der zweifachen „Arc“-Siegerin Treve (Motivator). Angeboten vom Haras du Quesnay ging sie für 520.000 Euro an die Chantilly Bloodstock Agency. Darüber lagen an diesem Tag noch reine Siyouni-Schwester der Gr. I-Siegerin Polydream (Oasis Dream), die für 700.000 Euro an Jean-Claude Rouget ging, und eine Frankel-Tochter, die sich Chauvigny Global Equine für 630.000 Euro sicherte.

Aus deutscher Sicht gab es eine Handvoll Ankäufe. Die HFTB Racing Agency erwarb für 210.000 Euro für Darius Racing eine vom Gestüt Karlshof gezogene Sea The Stars-Tochter aus der Sola Gratia (Monsun). Sie war über das Haras de Mezeray angeboten worden, die Mutter ist rechte Schwester der Cracks Schiaparelli, Samum und Salve Regina. Eckhard Sauren ersteigerte mit Trainer Henk Grewe an seiner Seite für 140.000 Euro einen Frankel-Hengst aus der Fred Darling Stakes (Gr. III)-Zweiten Jellicle Ball (Invincible Spirit).  

Zwei Jährlinge hatte das Gestüt Ammerland im Ring. Am Mittwoch wurde ein Frankel-Sohn aus der Baltic Baroness nicht abgegeben, eine Dark Angel-Stute aus der Light the Stars ging für 340.000 Euro über Charlie Gordon-Watson an Abu Khadra, Andre Fabre wird sie trainieren.

Ein Vergleich zum Vorjahr ist auf Grund der Situation nur schwer zu ziehen und letztlich muss auch der Freitag, der dritte Auktionstag mit allerdings nicht so hoch eingestuften Jährlingen abgewartet werden. Nach zwei Tagen waren von 237 präsentierten Jährlingen 167 verkauft worden, eine Rate von etwas mehr als 70%. Der Schnitt pro Zuschlag lag bei 180.790 Euro. Doch das ist vorerst eine Zwischenbilanz. Wichtig für die Branche war sicherlich, dass Godolphin, zumindest sehr gezielt, aktiv war. Hingegen war der Name Shadwell wie schon bei den vorherigen Auktionen in Europa auf keinem Kaufzettel zu finden.

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