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Das wöchentliche Editorial

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Daniel Delius

Es ist ja nicht so, dass Deutschland derartige Dinge exklusiv hätte. In Großbritannien werden schon bei den geringsten Problemen mit dem Geläuf die Rennen abgebrochen. Im französischen Wissembourg wurde unlängst zur Hälfte der Veranstaltung Feierabend gemacht. Und am Premiumstandort Longchamp wurde vorvergangene Woche nach einem Zwischenfall im Schlussbogen der Renntag erst einmal gestoppt – eine längere Pause folgte, es wurde ausgesteckt, dann ging es weiter. Was auch einige Jockeys am Samstag in Dresden befürwortet hatten, so ging das offensichtlich nicht, es hätte dem Vernehmen nach zu lange gedauert, bis die nötigen Hilfsmittel zur Stelle gewesen wären. weiterlesen »

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Daniel Delius

Vor einiger Zeit tätigte Trainer Charlie Appleby eine interessante Aussage zu Native Trail, einem seiner Cracks. Er sei aktuell zwei Kilo schwerer als bei seinem Sieg im vergangenen Herbst zweijährig in den Dewhurst Stakes. Damals brachte er 542 Kilo auf die Waage und Appleby erklärte, nach seiner Meinung müsse man in die 2000 Guineas mit einem Pferd gehen, das exakt das Gewicht aus den „Dewhurst“ hat. Nun wurde nicht bekannt, wie viele Kilos Native Trail am vergangenen Samstag gewogen hat, schließlich hat es nicht zum Sieg in Newmarket gelangt, trotzdem lief er als Zweiter großartig, zudem hat ein Stallgefährte gewonnen. weiterlesen »

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Daniel Delius

Eigentlich müssten die Menschen auf der Welt im Moment ganz andere Sorgen haben, als etwa Pferde zu kaufen. Scheint aber nicht der Fall zu sein, wie ein Blick auf die internationalen Märkte zeigt. Das Wort „Rekord“ wird fast schon inflationär gebraucht, wenn es um Auktionen geht, überall werden Bestmarken aufgestellt, auf „Boutique“-Versteigerungen für Hindernispferde, auf Breeze Up-Sales, überall. Weltweit gibt es eine enorme Nachfrage nach Rennpferden. Offensichtlich haben die Menschen in der Corona-Zeit Geld angespart, zudem gibt es ein großes Bedürfnis, sich wieder das öffentliche Leben zurückzuerobern. Was ja letztlich auch auf den Rennbahnen zu beobachten ist. In manchen Ländern stimmt aber auch das Verhältnis zu den Rennpreisen. Beispiel USA: Auf Bahnen wie Keeneland oder Churchill Downs, auch auf den Hippodromen in New York werden Maidenrennen teilweise mit 100.000 Dollar Dotierung gelaufen. weiterlesen »

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Daniel Delius

Es war über Ostern schon gut was los auf den deutschen Rennbahnen, bei durchgehend bestem Wetter, der Besuch war hervorragend, was eigentlich jeder vorausgesagt hat, außer so mancher Rennbahngastronom, doch ist das ein Dauerthema, das scheinbar nicht in den Griff zu bekommen ist. Lange Wartezeiten bei Speis und Trank sind auf vielen Bahnen leider an der Tagesordnung. Auch auf den kleineren Pisten in Saarbrücken oder Sonsbeck war der Zuspruch in Ordnung, doch nicht, was die Zahl der Starter anbetraf. In Sonsbeck liefen in drei Rennen elf Pferde, in Saarbrücken kam man in der Regel über sieben Starter pro Rennen nicht hinaus. Ganz ähnlich sieht es an diesem Sonntag in Zweibrücken aus, wo trotz außergewöhnlich hoher Dotierungen die Angelegenheit sehr übersichtlich ist. Im Ausgleich IV, in dem es 8.000 Euro zu verdienen gibt, werden gerade einmal sieben Pferde gesattelt. weiterlesen »

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Daniel Delius

Vor Kurzem hat Baden-Baden einen neuen Oberbürgermeister gewählt, bei einer erstaunlich niedrigen Wahlbeteiligung von nicht einmal 38 Prozent. Der neue erste Mann der Kommune heißt Dietmar Späth, war bislang Bürgermeister in Muggensturm und war unlängst in den überregionalen Medien als Mitglied der Fußball-Nationalmannschaft der Bürgermeister. Allerdings wurde er des Öfteren auch schon auf der Rennbahn in Iffezheim gesehen, was sicher nicht gegen ihn spricht. Nun hängt Baden Galopp nicht am finanziellen Tropf der Stadt Baden-Baden, doch ist es sicher mehr als hilfreich, wenn im Rathaus jemand sitzt, der die nahgelegene Galopprennbahn unterstützt. weiterlesen »

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Daniel Delius

Es ist, so betont es der Dachverband immer gerne, die „älteste Publikumswahl des deutschen Sports“, die Wahl zum „Galopper des Jahres“, seit 1957 gibt es sie, damals im Übrigen durften nur Journalisten mitbestimmen. Zum 65. Jubiläum war das Publikum eigentlich auch so gut wie außen vor. Natürlich ist jedem klar, dass die Zeiten, in denen die gewählten Pferde in Fernsehstudios gefahren werden, in denen die Sendeanstalten waschkörbeweise Postkarten bekommen, im Nirwana der Geschichte verschwunden sind. Aber zu der diesjährigen Wahl fallen einem nur die Attribute lieblos und ideenlos ein. Dabei stand doch ein echter Star im Mittelpunkt, Torquator Tasso, „Arc“-Sieger, ein internationaler Crack, ein Galopper, wie wir ihn schon Jahre nicht mehr in Deutschland hatten. weiterlesen »

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Daniel Delius

Es ist gar nicht einmal so lange her, da verortete die Fachwelt den Galopprennsport in Japan nicht nur geographisch sondern auch sportlich irgendwo hinter den sieben Bergen liegend. Ein Entwicklungsland in Sachen Turf. Das ist natürlich längst Historie, wie in den vergangenen Wochen noch einmal nachdrücklich festzustellen war. Sowohl bei den Rennen rund um den Saudi Cup wie in Meydan räumten die zwei- und vierbeinigen Aktiven aus dem Fernen Osten bis auf wenige Ausnahmen fast alles ab. Die Investitionen, die nun schon seit Jahrzehnten von dortigen Unternehmern getätigt werden, tragen längst Früchte, die Zucht dort steht auf festen Beinen. Oft muss schon etwas weiter hinten im Pedigree geschaut werden, um Pferde zu finden, die einst aus Europa oder den USA eingeführt wurden. Der Rennsport in Japan erfreut sich größter Popularität, die Rennpreise auch der Basisrennen sind enorm. weiterlesen »

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Daniel Delius

„Es ist alles andere als sicher, dass es in zehn Jahren noch Hindernisrennen gibt.“ Der das gesagt hat, war kein Außenstehender, kein Zuschauer, kein Tierschützer. Es war Guillaume Macaire, Hindernistrainer in Frankreich mit umfangreichem Stall, mehrfacher Champion in diesem Metier, eine Größe in der Branche mit gewichtiger Stimme. Vor einiger Zeit tat er diese Meinung in einem Interview mit französischen Kollegen kund, angesichts der immer stärker werdenden öffentlichen Skepsis gegenüber dem Rennsport nicht nur in unserem Nachbarland. Der Sport über Sprünge führt in Frankreich jedoch kein Schattendasein, die Rennen sind populär, hochdotiert, die Zucht ist international beliebt, wie gerade noch in Cheltenham zu registrieren war. Vielfach sind es Halbblüter aus dem Nachbarland, die sich großer Nachfrage erfreuen, auf Auktionen zu Spitzenpreisen gehandelt werden. weiterlesen »

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Daniel Delius

Das letzte Rennen am vergangenen Sonntag in Dortmund war schon fast sinnbildlich für die Wintersaison 2021/2022. Drei Pferde waren am Start, die Weißmeier-Brüder teilten sich die Preisgelder. 36 Starter waren es insgesamt in den sechs Rennen, mit Müh und Not wurde das Programm zusammengestellt, im Viererwett-Rennen gab es mit gerade einmal neun Kandidaten das stärkste Feld. Nein, die Spitze der Beliebtheitsskala hat die Sandbahn in den vergangenen Wochen nicht erreicht. Bei vielen Ställen scheint Dortmund gestrichen zu sein, Transporte aus Hoppegarten oder dem Osten der Republik rollen schon lange nicht mehr an, die Trainingszentrale Iffezheim hält sich gleichfalls fast komplett raus. Dreijährigen-Rennen sind kaum noch zu besetzen, Ausgleiche III nur mühsam, die Viererwette funktioniert in der Regel nur in Handicaps mit hoher Plusskala. weiterlesen »

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Daniel Delius

11.20 Uhr, gelegentlich 10.50 Uhr. Beim ersten Rennen des Tages ist es die Startzeit, an die wir uns in den vergangenen Wochen gewohnt hatten. Im Winter mag das noch seine Ordnung haben, aber im Frühling oder gar im Sommer? Der Blick auf den Terminkalender dieses Jahres zeigt, dass es an den Sonntagen fast schon zur Gewohnheit wird, geschuldet den Vorgaben der PMU. Die denkt logischerweise nicht daran, Rennen aus Deutschland zur Premium-Zeit ab 14 Uhr zu zeigen, zu dieser Zeit hat Equidia in Deutschland schon abgeschaltet. weiterlesen »