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"Club der 1000"

Mitglieder des illlustren Clubs der 1000 werden alle Trainer und Jockeys, die in ihrer Karriere 1000 Siege und mehr zu erzielen vermochten. Der Club der 1000 wurde am 13. März 2002 anlässlich des 80. Geburtstages des 31maligen deutschen Champion-Trainers Heinz Jentzsch, der die Erfolgsstatisik mit 4.029 Siegen auch "mit Weile" annführt, gegründet. Nur zwei Mitglieder haben es geschafft, sowohl in der Liste der Trainer als auch in der Liste der Jockeys aufzutauchen - und schreiben damit weltweit Geschichte: Der legendäre Hein Bollow und Peter Schiergen, dem 1995 mit 273 Siegen in einer Saison zudem ein noch immer unerreichter Europarekord gelang.

Die Zahl der Siege ist nicht in allen Fällen komplett, da das Direktorium für Vollblutzucht und Rennen als deutscher Dachverband nur die Siege in Deutschland bzw. mit in Deutschland trainierten Pferden im Ausland registriert, so dass die Zahl in Einzelfällen höher liegen kann, teilweise ist das auch angegeben.

Die Bilder und Informationen der so erfolgreichen Trainer und Jockeys waren bisher nur im Waagegebäude auf der Krefelder Rennbahn und auf der Webseite des Krefelder Rennclubs unter www.krefelder-rennclub.de zu sehen. Einmal jährlich wird er aktualisiert. Jetzt veröffentlichen wir die Daten - mit Einverständnis des Krefelder Rennclubs - bald auch hier in der Hall of Fame des deutschen Galopp-Rennsports und können dabei auf unsere mittlerweile sehr gut gefüllte Datenbank zugreifen: Beim Klick auf die makierten Namen der Menschen und Pferde gibt es weiterführende Informationen mit Fotos, Videos, dazu alles zu den Rennen und weitere Geschichten.

Weil viele der hier aufgeführten Jockeys und Trainer noch aktiv sind und sich das Ranking somit stetig ändert, warten auch wir auf die endgültigen Zahlen des Rennjahres 2013.



Zur Geschichte des "Club der 1000"

von: Karina Strübbe

Quelle: Turf-Times, Ausgabe 251, vom 07.02.2013

Die ganz besonderen Champions: Hein Bollow (rechts) und Peter Schiergen (links) haben es als Einzige sowohl bei den Jockey als auch bei den Trainern den "Club der 1000" geschafft, der in 2012 verstorbene Meistertrainer Jentzsch führt mit über 4000 Siegen bei den Trainern "mit Weile". www.galoppfoto.de - Frank SorgeDie ganz besonderen Champions: Hein Bollow (rechts) und Peter Schiergen (links) haben es als Einzige sowohl bei den Jockey als auch bei den Trainern den "Club der 1000" geschafft, der in 2012 verstorbene Meistertrainer Jentzsch führt mit über 4000 Siegen bei den Trainern "mit Weile". www.galoppfoto.de - Frank Sorge

1000 Siege, auch ohne Hintergrund ist diese Zahl gewaltig. Einer, der die magische Grenze bequem geschafft hat, ist Lutz Mäder. Er belegt mit 1625 Siegen, angesammelt in 32 Jockeyjahren, Platz 7 der ewigen Tabelle, auch wenn es wohl nur eine Frage der Zeit ist, bis er von Andreas Suborics, der wenige Zähler hinter ihm rangiert, überholt werden wird. Lutz Mäder ist auf zweierlei Weise mit dem „Club der 1000“ verwoben, als Mitglied und in gewisser Weise auch als sein Schöpfer. Auf Lutz Mäders Initiative hin wurde der Club im Jahr 2002 aus der Taufe gehoben. „Vom Trainer- und Jockeyverband bekam man eine Anstecknadel beim 1000., aber sonst passierte nichts“, resümiert Lutz Mäder heute kurz und knapp die Entstehung des Clubs in Krefeld. Den Begriff „Club der 1000“ für diejenigen Jockeys und Trainer mit mehr als 1000 Siegen gibt es jedoch schon sehr viel länger. „Schon immer“, sagt Mäder. Nur gab es eben bis zum Jahr 2002 keine Liste, auf denen die Mitglieder verewigt wurden.

Anlässlich des 80. Geburtstags des am 21.04.2012 im Alter von 92 Jahren verstorbenen Meistertrainers Heinz Jentzsch, der die Liste mit über 4229 Siege "mit Weile" anführt, machte sich Lutz Mäder damals an die Arbeit. Alle Daten mussten zusammengetragen werden. Eine zusammenhängende Statistik gab es ja nicht. Alte Bücher wurden gewälzt, ein halbes Jahr etwa dauerte das Sammeln und Zusammenstellen der Daten, erinnert sich Lutz Mäder. Schwierig gestaltete sich dabei vor allem, an die Daten aus Ostdeutschland heranzukommen.

„Man ist schon irgendwo stolz, dabei zu sein“, sagt Mäder und verweist auf die vielen Jockeys und Trainer, denen eine Mitgliedschaft versagt geblieben ist. Lutz Mäder selbst würde seine Siegzahl, die ihn zum Mitglied des illustren Kreises macht, dennoch am liebsten gegen einen Arc-Sieg eintauschen. Der fünfte Platz mit Nebos 1980 in Paris nach schlechtem Rennverlauf nagt noch heute an ihm. Abgesehen vom persönlichen Stolz, sieht er die großen Leistungen der „Clubmitglieder“ kaum gewürdigt. „Aus dem Sport selbst gibt es sehr wenig Wertschätzung dafür“, stellt Lutz Mäder fest und verweist auf die Tatsache, dass der "Club der 1000" ein relativ unbeachtetes Dasein im Waagegebäude des Krefelder Rennclubs fristet. Er habe immer gehofft, dass sich auch mal ein anderer Rennverein daran hänge oder dass der Club der 1000 an einer öffentlicheren Stelle als dem Waagegebäude platziert würde. Immerhin führt der Krefelder Rennclub den Club auf seiner Website - klick zum "Club der 1000" - einmal jährlich wird er aktualisiert.

Lutz Mäder selbst ist mittlerweile nicht mehr beim Rennclub involviert, führt den Club der 1000 daher auch nicht mehr, auch wenn er diesen nach wie vor als „mein Kind“ bezeichnet. Er beschränkt sich auf die tägliche Arbeit am Stall seiner Frau. „Ich reite jeden Tag vier bis fünf Lots, das hält fit. Ich bin ja schon über sechzig“, sagt er. „Sechzig, das ist doch kein Alter“ kommt es zurück von Erika Mäder aus der anderen Ecke des kleinen Büros direkt am Eingang des Stalltraktes. Erika Mäder kommt übrigens auf etwa 860 Siege. Bisher ist der Club der 1000 übrigens eine reine Männersache. Wer die erste Frau sein wird? „Wir dachten ja mal sie“, sagt Lutz Mäder und deutet auf seine Frau. Die schüttelt nur den Kopf. In der Tat stammen die meisten ihrer Siege aus den 90ern, als noch über 100 Pferde im Stall waren. Jetzt sind es noch 25. Dafür sei nach einigen mageren Jahren endlich wieder Qualität im Stall.

Abschließend wollen wir noch wissen, wer für Lutz Mäder der Größte war. Er muss nicht lange überlegen: „Heinz Jentzsch natürlich.“ An ihm kommt keiner vorbei. Und bei den Jockeys? „Da muss man ja Andrasch Starke nennen, gerade nach Arc und King George VI and Queen Elizabeth Stakes. Der müsste ganz oben stehen.“