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13.03.26

Deckplan Westminster Stud 2026

geschrieben von Daniel Delius

Westminster Racehorses hat sich in den letzten Jahren zu einem ernst zu nehmenden Faktor in der kontinentaleuropäischen Rennsportszene entwickelt, sei es als Besitzer, Züchter oder als inzwischen expandierender Partner mehrerer Rennbahnen. Marian Ziburske, dessen Lebensmittelpunkt seit geraumer Zeit Italien ist, unterstützt Rennvereine in mehreren Ländern, in Deutschland gibt es aktuell weiterführende Pläne, in Cagnes-sur-mer war man in diesem Jahr zum zweiten Mal dabei, es soll expandiert werden. Als Backup für Marian Ziburske, der inzwischen auch im Vorstand der Besitzervereinigung sitzt, gibt es ein mehrköpfiges Team, zu dem seit einigen Wochen Alexander Wahler zählt. Seit Jahren dabei ist als Geschäftsführerin Juliane Arlt, unverzichtbar für Rennstall und Zucht, oft auf den Rennbahnen präsent. Für das Marketing ist Iwona Dziobek zuständig, Chefeinkäufer ist seit Beginn Tomas Janda. Dieser hat im vergangenen Jahr nicht weniger als dreißig Jährlinge auf Auktionen in Deutschland, Frankreich, Irland und Großbritannien gekauft. Damit war aus deutscher Sicht Westminster 2026 quantitativ der mit Abstand größte Investor auf dem europäischen Markt.

In der Regel werden die jungen Pferde erst in Polen angeritten und machen dort ihre ersten Schritte. Bei entsprechendem Können werden sie westwärts geschickt. Übernächste Woche wird David Liska, der neue Stalljockey nach Polen reisen und das Gros der aktuell 42 im Pre-Training befindlichen Pferde reiten, wonach entschieden wird, ob noch einige nach Frankreich oder Deutschland kommen. Henri-Alex Pantall betreut aktuell 25 Westminster-Pferde, auch einige Zweijährige, bei Andreas Wöhler steht ein halbes Dutzend teilweise mit klassischen Ambitionen. Und auch in Italien existiert inzwischen eine kleine Filiale, sowie in Partnerschaft bei Joseph O’Brien.

Etwas mehr als zwanzig Stuten umfasst derzeit die Herde, die unter dem Label Westminster Stud läuft, schon eine Reihe von Blacktype-Pferden gebracht hat. Wie in der Vergangenheit liegt der Fokus auf „proven sires“, wobei auffällt, dass nicht ein einziger deutscher Hengst herangezogen wird. „Es fehlt ein wenig die Flexibilität der Hengsthalter“, sagt Juliane Arlt, „Hengsthalter in Irland etwa melden sich oft schon im Dezember und bieten attraktive Konditionen an, in Deutschland geht meistens erst im Februar das Telefon. Und dann habe ich den Deckplan schon unter Dach und Fach.“

Ein starkes Kontingent ist nach Irland geschickt worden. Einer der dort immer etwas unterschätzten Hengste ist der unter dem Shadwell-Banner stehende Awtaad. Im vergangenen Jahr hatte er mit Ethical Diamond den Sieger im Breeders‘ Cup Turf (Gr. I). Dieser stammt aus einer Areion-Stute, genau wie die zum ihm gebuchte, aus der Haller-Zucht stammende Najinska (Areion), die in drei Ländern gewonnen hat, in Meran Listenzweite war. Sie stammt aus der Linie des Top-Sprinters Namos (Medicean). Syrenka (Literator), Siegerin in den 1000 Guineas der Slowakei, ist Schwester von Itsinthepost (American Post), der in den USA acht Gr. II-Rennen gewinnen konnte, und Larry (Literato), einst in Hamburg Derbystarter, in sieben Rennen war er erfolgreich.

Fünf Stuten haben den Weg nach Coolmore angetreten. Lady Jaguar (Champs Elysees), die zu Churchill gebucht wurde, hat sieben Rennen in Polen gewonnen, war Dritte in einem Listenrennen in Meran. Ihre Mutter ist Schwester von Libran (Lawman), der drei Gr.-Rennen in Australien gewonnen hat. Zu Gleneagles geht die nicht gelaufene Pumakatzi (Golden Horn), Schwester des erstklassigen Stehers Trawlerman (Golden Horn), im vergangenen Jahr Sieger im Ascot Gold Cup (Gr. I), dazu in vier weiteren Gr.-Rennen. Die Mutter Tidespring (Monsun) ist mehrfach in Deutschland gelaufen, war u.a. Zweite im Deutschen St. Leger (Gr. III). 

Der einzige Hengst im Deckplan, der sich auf Grund seiner Jugend noch nicht in der Zucht profilieren konnte, ist der mehrfache Gr. I-Sieger Paddington (Galileo). Er war 2024 in Coolmore aufgestellt worden, es gab jedoch im ersten Gestütsjahr, in dem er mit 71 Bedeckungen für irische Verhältnisse eher sparsam im Einsatz war, ein paar Probleme. Seine Decktaxe wurde von zunächst 55.000 Euro radikal auf 25.000 und jetzt 20.000 Euro gesenkt. 2025 hat er 137 Stuten gedeckt. Zu ihm geht Lady Ewelina (Muhaarar), für 3.500gns. ein mehr als preiswerter Kauf, sie hat das Karin Baronin von Ullmann-Schwarzgold-Rennen (Gr. III) gewonnen, war respektable Siebte im Prix de Diane (Gr. I) und die Pechmarie in der Regen-Diana, bei der sie nicht in die Startbox ging. Sie ist Schwester eines Gr. I-Siegers in Neuseeland aus einer Familie mit zahlreichen Deckhengsten. Die zweite Partnerin von Paddington ist die zweifache Siegerin Lady Iwona (Nathaniel), deren Mutter eine listenplatziert gelaufene Dubawi-Tochter ist. Es handelt sich um Kirsten Rausings „A“-Familie.

Ebenfalls nur 3.500gns. kostete Moonu (Sea The Moon), die sechs Rennen gewinnen konnte, darunter den Premio Verziere (Gr. III) in Mailand und ein Listenrennen in Meran. Sie wurde zu Saxon Warrior gebucht.

Zwei auf der Rennbahn höchst erfolgreiche Stuten gehen zu Raven’s Pass, dessen Decktaxe im Kildangan Stud in Irland inzwischen als „private“ angegeben ist. Er ist Vater von bislang 15 Gr.-Siegern, vier haben auf höchster Ebene gewonnen. Lady Charlotte (Golden Horn) hat den Diana-Trial (Gr. II) gewonnen, dazu ein Listenrennen in Hannover. Sie war Neunte im Deutschen Derby (Gr. I) und Fünfte im Henkel-Preis der Diana (Gr. I), ganz nach Wunsch lief die zweite Jahreshälfte nicht. Hier wird der erfolgreiche Cross Raven’s Pass/Golden Horn angestrebt. Ihre Schwester Lady Evi (Masar) hat im vergangenen Jahr drei Rennen in Warschau gewonnen, sie ist über Winter zu Andreas Wöhler übergesiedelt und wurde mit einer Derbynennung ausgestattet. Kaboom (Lord of England) war vierfache Siegerin, war im vergangenen Jahr über 2000 Meter in Longchamp erfolgreich. Ihre Mutter Katdogawn (Bahhare) siegte in drei Gr. II-Rennen in den USA.

Make Believe hat in der deutschen Zucht eine Reihe von bemerkenswerten Erfolgen gehabt, vergangenes Jahr hatte er u.a. den mehrfach Gr. I-platzierten Lazio auf der Bahn. Zu ihm wurden Lady Westminster (Rip van Winkle) und Lady Monia (Sea The Moon) gebucht. Die Siegerin Lady Westminster - sie war in den Tschechischen 1000 Guineas erfolgreich und Vierte in einem Listenrennen in Maisons-Laffitte - ist eine rechte Schwester des Listensiegers und mehrfach Gr. II-Platzierten Bravo Zolo (Rip van Winkle). Ihr Sohn Mr Percy (Sir Percy) war für Joseph O’Brien Sieger in einem Gr. II-Hürdenrennen im irischen Fairyhouse. Lady Monia (Sea The Moon), dessen Bruder Valiant King (Roaring Lion) in Australien auf Gr. III-Ebene erfolgreich war, hat in Polen zwei Rennen gewonnen, vergangenes Jahr war sie u.a. Vierte in einem Ausgleich II in Baden-Baden. Hinter ihrer Zuchtkarriere steht noch ein kleines Fragezeichen, denn sie befindet sich aktuell noch im Rennstall bei Andreas Wöhler, soll Mitte April in Düsseldorf laufen, wonach entschieden wird, ob möglicherweise doch noch ein Jahr auf der Bahn angehängt wird.

Ein bei deutschen Züchtern beliebter Hengst ist Intello im Haras de Beaumont, dorthin geht es für gleich vier Westminster-Stuten. Darshana (Medicean) hat in der Park Wiedinger Zucht die Preis der Winterkönigin (Gr. III)-Siegerin Dhaba (Areion), eine mehrfache Blacktype-Vererberin gebracht. Sie ist Mutter von Daytona (Gleneagles), den Liberty Racing vorvergangenen Sommer bei der BBAG für immerhin 200.000 Euro gekauft hat, er steht bei Peter Schiergen und hat noch eine Derby-Nennung. Vierfache Siegerin ist Lady Joanna (Harzand), deren Mutter Listensiegerin war, die zweite Mutter Claxon (Caerleon) hat den Premio Lydia Tesio (Gr. II) gewonnen. Partyday (Footstepsinthesand) war eine gute Rennstute, von ihrem tschechischen Standort aus absolvierte sie vor einigen Jahren Ausflüge nach Deutschland, wo sie in Listenrennen in Hoppegarten, Hannover und Dortmund jeweils Zweite war. Sie ist Siegermutter, stammt aus einer Aga Khan-Familie, der auch die Münchener Gr. I-Siegerin Kartajana (Shernazar) angehört. Red Dynamite hat in Tschechien zwei Rennen gewonnen, in Frankreich war sie platziert. Sie ist Schwester von Lady Ewelina (Mukhadram). Ihr Erstling ist die Siegerin Westminster Love (Areion).

Der Treve-Vater Motivator wird von zwei Stuten aufgesucht. Dally Hit (Ad Valorem) hat stolze zwölf Rennen gewonnen, war Dritte in einem Listenrennen in Dresden und ist bereits mehrfache Siegermutter. Ein BBAG-Kauf war Wasimah (Desert Prince), Listensiegerin und Gr.-platziert und Blacktype-Vererberin. Ebenfalls zwei Stuten gehen zu Zelzal, Vater von bisher drei Gr.-Siegern. Zu ihm geht Fontaine Margot (Ballingarry), die vor einigen Jahren gezielt gekauft wurde. Sie ist Mutter von Westminster Night (Morandi), der den Premio Ribot (Gr. III) gewann und Gr. II-platziert war. Rien Que Pour Toi (Orpen) wurde vergangenes Jahr bei Arqana gekauft, alle ihre vier bisherigen Nachkommen haben gewonnen, gerade erst Revuelto (De Treville) in Deauville.

Bleibt noch die einzige Stute, die in England gedeckt wird: Goddess of Fire (Toronado), die vorvergangenes Jahr bei Tattersalls gekauft wurde, hat acht Rennen gewonnen, stammt aus einer internationalen Blacktype-Familie. Sie geht zu Golden Horn, mit dessen Nachkommen Westminster eine ganze Reihe von Erfolgen hatte. Nicht gedeckt wird in diesem Jahr Icebee (Xtension). Sie stammt aus einer Schwester von zwei erstklassigen Fliegern, The Tin Man (Equiano), Sieger in den Diamond Jubilee Stakes (Gr. I) und den British Champions Sprint Stakes (Gr. I), sowie Deacon Blues (Compton Place), Sieger in vier Gr. II- und Gr. III-Rennen.

 

 

AWTAAD (2013), v. Cape Cross – Asheerah v. Shamardal (Derrinstown Stud/IRL)

Najinska (2011), v. Areion - Najinskaja v. Tannenkönig, trgd. v. Motivator

Syrenka (2018), v. Literato - Sakkara Star v. Mozart, Hengstfohlen v. Intello, 7.3.

 

CHURCHILL (2014), v. Galileo - Meow v. Storm Cat (Coolmore Stud/IRL)

Lady Jaguar (2019), v. Champs Elysees - Etesian v. Shirocco

 

GLENEAGLES (2012), v. Galileo - You’resothrilling v. Storm Cat (Coolmore Stud/IRL)

Pumakatzi (2021), v. Golden Horn - Tidespring v. Monsun, Hengstfohlen v. Oasis Dream, 9.2.

 

GOLDEN HORN (2012), v. Cape Cross - Fleche d’Or v. Dubai Destination (Overbury Stud/GB)

Goddess of Fire (2017), v. Toronado - Burnt Fingers v. Kheleyf, nicht ged.

 

INTELLO (2010), v. Galileo - Impressionante v. Danehill (Haras de Beaumont/FR)

Darshana (2007), v. Medicean - Deva v. Platini, trgd. v. Gleneagles

Lady Joanna (2018), v. Harzand - Classic Remark v. Dr Fong, Stutfohlen v. Golden Horn, 2.3.

Partyday (2013), v. Footstepsinthesand - Jolie Clara v. Kahyasi, trgd. v. Intello

Red Dynamite (2017), v. Medicean - Quadri v. Polish Precedent

 

MAKE BELIEVE (2012), v. Makfi – Rosie’s Posy v. Suave Dancer (Ballylinch Stud/IRL)

Lady Monia (2021), v. Sea The Moon – Assembly v. Candy Ride, Maiden

Lady Westminster (2015), v. Rip van Winkle - Set Fire v. Bertolini, trgd. v. In Swoop

 

MOTIVATOR (2002), v. Montjeu - Out West v. Gone West (Haras de Hoguenet/FR)

Dally Hit (2011), v. Ad Valorem - Dame Rochelle v. Danehill Dancer, trgd. v. Saxon Warrior

Wasimah (2009), v. Desert Prince – Waleria v. Artan, trgd. v. Make Believe

 

PADDINGTON (2020), v. Siyouni – Modern Eagle v. Montjeu (Coolmore Stud/IRL)

Lady Ewelina (2020), v. Mukhadram - Quadri v. Polish Precedent

Lady Iwona (2019), v. Nathaniel - Allanah Abu v. Dubawi, Hengstfohlen v. Oasis Dream, 10.2.

 

RAVEN’S PASS (2005), v. Elusive Quality – Ascutney v. Lord At War (Kildangan Stud/IRL)

Lady Charlotte (2022), v. Golden Horn – Middle Creek v. Poet’s Voice, Maiden

Kaboom (2021), v. Lord of England – Katdogawn v. Bahhare, Maiden

 

SAXON WARRIOR (2015), v. Deep Impact - Maybe v. Galileo (Coolmore Stud/IRL)

Moonu (2019), v. Sea The Moon - Pax Aeterna v. War Front, trgd. v. Golden Horn

 

ZELZAL (2013), v. Sea The Stars – Olga Prekrasa v. Kingmambo (Haras de Bouquetot/FR)

Fontaine Margot (2009), v. Ballingarry - Marie Jbell v. Double Bed, trgd. v. Victor Ludorum

Rien Que Pour Toi (2013), v. Orpen – Ilinka v. Gentlewave, trgd. v. Persian King

 

Nicht gedeckt

 

Icebee (2016), v. Xtension - Voom Voom v. Bahamian Bounty, trgd. v. Shakeel

Marian Ziburske (li.) und Henri-Alex Pantall bei der BBAG-Jährlingsauktion. www.galopfoto.de