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06.03.26

Deckplan Gestüt Etzean 2026

geschrieben von Daniel Delius

Qualität vor Quantität, das ist die Zielrichtung des Gestüts Etzean, denn die Zahl der Mutterstuten ist gegenüber dem Vorjahr noch einmal leicht zurückgegangen. Den Gesetzmäßigkeiten des Marktes wird also gefolgt, wobei es beim Deckhengstportfolio einen Wechsel gegeben hat. Waldpfad (Shamardal) ist in sein Heimatgestüt Brümmerhof zurückgekehrt, dafür kam der Gr. I-Sieger Tünnes (Guiliani) neu hinzu. Nach dem plötzlichen Tod von Best of Lips (The Gurkha) war Hans Dieter Lindemeyer, mit seinen Stuten schon länger Pensionär in Etzean, auf der Suche nach einem neuen Deckhengst bei dem Bruder des Prix de l’Arc de Triomphe (Gr. I)-Siegers Torquator Tasso (Adlerflug) fündig geworden. Er konnte einige Partner gewinnen, hat aber die Majorität der Anteile in seiner Hand und unterstützt den Hengst umfangreich, wie der jüngst an dieser Stelle veröffentlichte Deckplan seines Stalles Parthenaue gezeigt hat. Und auch das Interesse anderer Züchter ist da, Tünnes dürfte mit einem soliden ersten Buch in seine neue Karriere starten.

Die Nummer eins bleibt natürlich Japan (Galileo), der vor einem wichtigen Jahr steht. Sein erster Jahrgang ist dreijährig, die Erwartungen sind nicht gering, das zeigt ein Blick auf die getätigten Nennungen. So sind sogar zwei Japan-Hengste – siehe gesonderte Meldung – für das Epsom Derby (Gr. I) eingeschrieben worden. Acht Japan-Söhne sind für das Deutsche Derby (Gr. I) gemeldet, sieben Stuten für den Henkel-Preis der Diana (Gr. I). Der jüngste Erfolg der Stute Taihoo in Meydan war für den internationalen Markt beste Werbung. Etzean unterstützt den Hengst wie von Beginn an umfangreich.

Jahr für Jahr hat Amaron (Shamardal) Sieger in besseren Rennen gestellt. Im vergangenen Jahr war er in der Deckhengststatistik in Deutschland die Nummer drei, die Gewinnsumme seiner Nachkommen war so hoch wie noch nie zuvor.

Zwei Stuten gehen zu ihm. For Pleasure war Dritte in der Mehl Mülhens-Trophy (Gr. III). Ihr Erstling Four Seasons (Japan) wurde bei der BBAG für 52.000 Euro vom Stall Hanse gekauft und steht bei Peter Schiergen, es gibt noch eine Derby-Nennung. Royal Princess stammt aus der Familie von Free Port Lux (Oasis Dream), Really Special (Shamardal), Wild Illusion (Dubawi) und vor allem Yibir (Dubawi). Zwei ihrer Töchter sind in der Herde: Raja konnte drei Rennen über Distanzen bis zu 3200 Meter gewinnen, sie bleibt bei Tünnes. Drei Jahre jünger ist Royal Night (Acclamation), die zweijährig bereits Listenzweite war. Dreijährig war sie Fünfte in den German 1000 Guineas (Gr. II), immerhin später noch einmal Zweite in einem Listenrennen über 1800 Meter in Berlin-Hoppegarten, womit ihr Rating knapp unter 90kg lag. Eine Schwester von beiden ist Royal Navy (Bayside Boy), die im Stall von Christian Sprengel steht.

Neben Royal Night werden noch sechs andere Etzeaner Stuten von Japan gedeckt. Felora (Lord of England), Schwester der Henkel-Preis der Diana (Gr. I)-Siegerin Feodora (Lord of England), hat ein Top-Rating von 86,5kg, ist Siegermutter. Die drei Jahre alte Fantastic Fox (Japan) steht bei Peter Schiergen, die Zweijährige Fabulous Moment (Japan) bei Hans Blume. Nandina (Areion) konnte sich in zwei Listenrennen über jeweils 1400 Meter platzieren. Ihre Mutter ist Schwester der Gr. I-Sieger Novellist (Monsun) und Magical Lagoon (Galileo). Ihr Erstling Night Fire (Japan) wurde in den Stall von Gerald Geisler verkauft.

Die Siegerin Samara (Sea the Moon), die nach ihrem fünften Platz in der Mehl Mülhens-Trophy (Gr. III) ein Rating von 86kg bekam, stammt aus einem Zweig der Schwarzgold-Familie. Ihr Erstling Saburo (Japan) ist nach England gegangen, war kurz bei Sir Mark Precott stationiert, steht im Moment aber auf keiner Trainingsliste.

Strawberry (Lord of England) gehört zu den besten Stuten der Herde. Sie ist Mutter des einstigen „Winterfavoriten“ Sea Bay (New Bay), einst “Winterfavorit”, jetzt Deckhengst bei Volker Schleusner, die Listensiegerin Samoa (Jukebox Jury) ist in der eigenen Zucht. Die vier Jahre alte Starlight Lips (Ghaiyyath) war Diana-Vierte, der ein Jahr jüngere San Marino (Japan) ist bei Maxim Pecheur noch mit einer Derby-Nennung ausgestattet. Zweijährig ist eine Lope de Vega-Tochter, die bei Tattersalls im vergangenen Dezember von Tina Rau für 235.000gns. ersteigert wurde. Er hatte schon als Fohlen 175.000 Euro bei Arqana gekostet. Im Jährlingsalter ist dann wieder ein Japan-Hengst.

Wild Paradise (Lord of England) war nur einmal am Start. Sie kommt aus einer starken Blacktype-Familie, die auch in Australien erfolgreich ist. Der prominenteste Vertreter ist allerdings der Derbysieger Palladium (Gleneagles), Sohn einer Schwester von Wild Paradise. Vom Gestüt Keilhof wurde Zilla (Areion) übernommen, die sich mit dem Listensieger Zunder (Lord of England) und dem ebenfalls auf Listenebene erfolgreichen und Drittplatzierten aus dem Zukunfts-Rennen Zuender (Amaron) bereits profilieren konnte.

Neben Raja bleiben zwei weitere Stuten bei Tünnes. Samoa (Jukebox Jury), die das Silberńe Band der Ruhr (LR) gewonnen hat und Dritte im Silbernen Pferd (Gr. III) war, ist sicher eine gute Chance. Dynamite Star (Jukebox Jury) hat in vier Rennzeiten drei Rennen gewonnen, ihr Erstling ist ein zwei Jahre alter Waldpfad-Sohn.

Nur zwei Stuten gehen in diesem Jahr auf Reisen. Für Ma Petite Amie (Sea The Stars), Siegerin, Schwester der Henkel-Preis der Diana (Gr. I)-Siegerin Miss Yoda (Sea The Stars), Tochter der diesmal pausierenden Monami (Sholokhov), wurde Charyn (Dark Angel) ausgesucht. Der dreifache Gr. I-Sieger steht im zweiten Jahr unter dem Sumbe-Label in der Normandie, 2025 hat er 177 Stuten gedeckt. Eine zwei Jahre alte Monami-Tochter namens Miyajima (Japan) wurde bei der BBAG in den Stall von Philippe Decouz nach Frankreich verkauft, es gibt bereits positive Rückmeldungen.

Zu Torquator Tasso geht die Siegerin Palmita (Amaron), sie stammt aus einer Schwester von Palmas aus einer international hoch erfolgreichen Familie, die auch in den Auktionsringen stets hohe Preise erzielte. Zwei ihrer Nachkommen sind ins Ausland gegangen, ein zwei Jahre alter Japan-Hengst steht bei Axel Kleinkorres.

 

 

AMARON (2009), v. Shamardal – Amandalini v. Bertolini

For Pleasure (2017), v. Jukebox Jury – Fulminante v. Dashing Blade

Royal Princess (2013), v. Lord of England – Reem Dubai v. Nashwan, trgd. v. Japan

 

JAPAN (2016), v. Galileo – Shastye v. Danehill

Felora (2015), v. Lord of England – Forever Nice v. Greintonlg

Nandina (2019), v. Areion - Navajo Queen v. Monsun, Stutfohlen v. Torquator Tasso, 22.2.

Royal Night (2021), v. Acclamation - Royal Princess v. Lord of England, trgd. v. Chaldean

Samara (2019), v. Sea The Moon - Super Vanny v. Van Nistelrooy, Stutfohlen v. Japan, 10.2.

Strawberry (2012), v. Lord of England – Saratina v. Monsun, trgd. v. New Bay

Wild Paradise (2020), v. Lord of England - Wild Queen v. Sternkönig, Stutfohlen v. Japan, 28.1.

Zilla (2015), v. Areion – Zalexa v. Black Sam Bellamy, trgd. v. Japan

 

TÜNNES (2019), v. Guiliani – Tijuana v. Toylsome

Dynamite Star (2017), v. Jukebox Jury – Dynamite Cat v. One Cool Cat, nicht ged.

Raja (2018), v. Jukebox Jury - Royal Princess v. Lord of England, trgd. v. Waldpfad

Samoa (2018), v. Jukebox Jury – Strawberry v. Lord of England

 

CHARYN (2020), v. Dark Angel – Futoon v. Kodiac (Sumbe/FR)

Ma Petite Amie (2020), v. Sea The Stars - Monami v. Sholokhov, trgd. v. Make Believe

 

TORQUATOR TASSO (2017), v. Adlerflug - Tijuana v. Toylsome (Gestüt Auenquelle)

Palmita (2017), v. Amaron – Peace Flower v. Dashing Blade, trgd. v. Japan

 

Nicht gedeckt

Monami (2009), v. Sholokhov - Monbijou v. Dashing Blade, trgd. v. Siyouni

 

Seit Jahren züchtet das Gestüt Etzean mit Partnern. Um die Preis der Diana (Gr. I)-Siegerin Palmas (Lord of England) im Lande zu halten, wurden gleich mehrere Anteilseigner mit ins Boot geholt. Ihr Erstling ist ein Frankel-Hengst, der 2023 als Fohlen bei Arqana für 260.000 Euro an Paul Harley verkauft wurde. Er kam 2024 dort erneut in den Ring, diesmal war Al Shaqab für 400.000 Euro der Käufer, das Unternehmen stellte ihn zu Andrew Balding. Bisher ist er aber noch nicht gelaufen. Ein Frankel-Fohlen – es handelt sich um ein Foalsharing – wird erneut erwartet, dieses Jahr bleibt die Mutter daheim.

Interessant ist Diadora (Dansili). Sie stammt aus der erfolgreichen Röttgener D-Familie, war dreijährig Listensiegerin in Hannover, dazu Gr. III-Dritte, ging dann für den Züchter nach Irland, wo sie listenplatziert und Vierte in einem Gr. III-Rennen war. In der Zucht hat sie mehrfach nicht aufgenommen, so dass man sie, wenn auch erfolglos, noch einmal in den Rennstall stellte. Jetzt gibt es einen neuen Versuch im Gestüt.

Bravo Girl (Lord of England) wurde einst bei Arqana gekauft. Sie war Dritte im Niederrhein-Pokal (Gr. III) und auch listenplatziert, hat bereits vier Sieger auf der Bahn, insbesondere die vorjährige Listensiegerin Believe In Me (Intello), dieses Jahr eine Dreijährigen-Hoffnung bei Sarah Weis, dazu die listenplatziert gelaufene Sunshine Girl (Lawman). Sie ist Schwester der German 1000 Guineas (Gr. II)-Siegerin Ajaxana (Rock of Gibraltar) aus einer listenplaziert gelaufenen Schwester von Amico Fritz (Fasliyev) und Arlecchina (Mtoto).

Peace of Rose (Soldier Hollow) war eine erstklassige Rennstute, die vierjährig Seriensiegerin war, sich fünfjährig noch einmal steigern konnte, mit einem Listensieg und Rang zwei in einem Gr. III-Rennen in Mailand. In ihrem ersten Gestütsjahr hat sie bedauerlicherweise nicht aufgenommen. New World hat BBAG-Auktionsrennen in Hamburg und Hannover gewonnen, war in drei Listenrennen Zweite. Sie ist Mutter u.a. der guten Verdieners New Wizard (Amaron) und New Diamond (Helmet).

Mit Tilly (Lord of England), die u.a. das BBAG Auktionsrennen in Magdeburg gewonnen hat, wird die Familie von Tres Magnifique (Zoffany) und ihrer Tochter, der großartigen Gr. I-Siegerin Tamfana (Soldier Hollow) erhalten. Ihr Erstling ist eine Jährlingsstute von Japan.

 

In Partnerschaft mit Bernhard Matusche

 

AMARON (2009), v. Shamardal – Amandalini v. Bertolini        

Diadora (2018), v. Dansili – Diatribe v. Tertullian

 

JAPAN (2016), v. Galileo – Shastye v. Danehill

Bravo Girl (2012), v. Lord of England - Arlekinada v. Lycius, trgd. v. Japan

 

In Partnerschaft mit Stall Honeycookiehorse

 

AMARON (2009), v. Shamardal – Amandalini v. Bertolini

Peace of Rose (2019), v. Soldier Hollow - Peace Flower v. Dashing Blade

 

TÜNNES (2019), v. Guiliani – Tijuana v. Toylsome

New World (2011), v. Doyen – New Inspiration v. Big Shuffle, trgd. v. Amaron

 

In Partnerschaft mit Hans Helmut Rodenburg

 

SEA THE MOON (2011), v. Sea The Stars – Sanwa v. Monsun (Lanwades Stud/GB)

Tilly (2019), v. Lord of England - Ticinella v. Hernando, trgd. v. Japan

 

Gestüt Etzean & Partner

 

JAPAN (2016), v. Galileo – Shastye v. Danehill

Palmas (2018), v. Lord of England – Peace Time v. Surumu, trgd. v. Frankel

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